Designstudium – Das Runde muss ins Eckige

 

Das Runde muss ins Eckige, Kunsthochschule Kassel 2010

Vortrag „Das Runde muss ins Eckige“, Kunsthochschule Kassel 2010

Vortrag: Ist ein Designstudium noch zeitgemäß, das den Fokus auf die Ausbildung von Entwerfern legt? Nein, wenn man sich die Praxis der Kreativwirtschaft anschaut. So sieht Prof. Dr. Ulrich Kern in seinem Vortrag „Das Runde muss ins Eckige“ an der Kunsthochschule Kassel 2010 (Einladung Prof. Dr. Wolfgang Jonas) ein künftiges Curriculum auch im Wettbewerb zwischen methodisch-strategischen und den kreativ-entwerferischen Spielern.

Daher lautet die erste seiner drei Thesen, dass Unternehmen längst Strategien haben, um das Design für sich als Werttreiber „nützlich“ zu machen. Umgekehrt fehlen den Designer/innen aber Konzepte, um wertschöpfende Prinzipien ihrer Leistung in autonome Geschäftsmodelle zu wandeln. Hier hat die Designwissenschaft deutlichen Nachholbedarf, vor allem wenn man bedenkt, dass die Europäische Union die Kreativwirtschaft als größten Wachstumsmotor der nächsten 20 Jahre einschätzt.

In seiner zweiten These sieht der Referent die Designer/innen als Getriebene der Marktwirtschaft und vermisst sie in der Rolle als Treiber einer Wissensgesellschaft. So haben es die Designer/innen bisher versäumt, ihre kreative Autorität für die selbstbestimmte Weiterentwicklung ihrer Profession einzusetzen. Dabei gilt in der Kreativwirtschaft Design als Beispiel für die gelungene Umwandlung von Kreativität in ökonomische Produktivität. Hier sieht der Referent auch die Hochschulen in der Verantwortung, die nach wie vor das künstlerisch-entwerferische Primat hochhalten und so eine Chance der Weiterentwicklung übersehen.

Design - Die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen enorm wichtige instrumentelle Funktion von Design wird von der Wirtschaft schon längst nicht mehr infrage gestellt. Nicht genügend hinterfragt wird die Funktion von Designmanagement für die professionelle Wettbewerbsfähigkeit der Designer/innen selbst.

Design – Die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen enorm wichtige instrumentelle Funktion von Design wird von der Wirtschaft schon längst nicht mehr infrage gestellt. Nicht genügend hinterfragt wird die Funktion von Designmanagement für die professionelle Wettbewerbsfähigkeit der Designer/innen selbst.

Daher die dritte These: Die Hochschule muss Designer/innen auch für Führungsrollen in der Kreativwirtschaft qualifizieren – mit Konsequenzen für das Curriculum!

So endet der Vortrag mit dem Postulat, dass die aktuelle und künftige Bedeutung der Kreativwirtschaft für unsere Gesellschaft eine Design-Profession braucht, die Gestaltung sowohl künstlerisch-entwerferisch als auch methodisch-strategisch versteht und praktiziert. Der Ansatz des Referenten: Das Curriculum künftig „zweispännig“ anlegen – Designer/innen auf der einen Seite als Spezialisten des künstlerischen Entwerfens oder anderseits als Generalisten der methodisch-strategischen Planung.

Download Vortragsfolien „Das Runde muss ins Eckige“ _ Ulrich Kern

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