Berufungsvortrag – Auf dem professoralen „Catwalk“

 

Projektleitung (1996) des agiplan Bürogebäudes (Architektur: Sir Norman Foster & Partners) in Mülheim an der Ruhr

Beispielprojekte aus der Arbeit von Ulrich Kern: Projektleitung (1996) des agiplan Bürogebäudes (Architektur: Sir Norman Foster & Partners) in Mülheim an der Ruhr

Vortrag: Vom Handwerkzeug zum Bürogebäude oder von der Arbeitswissenschaft zur Architektur oder vom Entwurf zum Management oder vom Produkt zum Prozess… Es gab viele Möglichkeiten, den Berufungsvortrag an die HAWK Hildesheim 2007 zu betiteln. Und genauso viele Optionen hatte auch die Struktur. Aber letztendlich geht es ums „Präsentieren und Verkaufen“ – auch auf dem professoralen „Catwalk“. Steht man doch im Wettbewerb mit mindestens genauso kompetenten Kandidaten, die alle diesen einen „Job“ wollten – nämlich die Professur für Designmanagement an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim. Ein „Praxis-Bericht“ von Prof. Dr. Ulrich Kern.

Einladung zur „Probelehrveranstaltung“
Auf die Bewerbung folgte die Einladung zur „Probelehrveranstaltung“. Und das mit der Aufforderung, das Thema Designmanagement mit der Vorstellung der eigenen Person, der Darlegung des eigenen Verständnisses von Designmanagement und der Präsentation eines Lehrkonzepts zu verbinden. Und das Ganze bitte in nur 45 Minuten! An sich ganz einfach, wenn da nicht die eigene Nervosität im Wege stünde und der sich unweigerlich aufbauende Druck des „Aufbrezelns“ wäre. Ersteres hat mich davor bewahrt, das „Aufbrezeln“ zu übertreiben und Zweiteres hat immerhin zum Ruf geführt.

Konzeption Studienpreis für Design-Konzepte – hier Kommunikations-Transmitter 1989 (Michael Grillo, Jürgen Rost, Michael Hartung, Hermann Weber, Reinhart Damm, Norbert Günzel)

Beispielprojekt: Konzeption Studienpreis für Design-Konzepte – hier Kommunikations-Transmitter 1989 (Michael Grillo, Jürgen Rost, Michael Hartung, Hermann Weber, Reinhart Damm, Norbert Günzel)

Der Vortrag hatte den Titel „Designmanagement – Kumulierter Nutzen für die Kreativwirtschaft“ und den Untertitel „Optimierung der Schnittstelle Design-Wirtschaft“. So weit – so gut. Aber natürlich braucht es neben der vorgegebenen Gliederung einen interessanten Einstieg in das Thema, der auch wieder mit dem Fazit am Ende zu korrespondieren hatte. So fing der Vortrag mit der Schilderung einer persönlichen sch(m)erzhaften Lernerfahrung als kreativer Gestalter an und endete mit dem Plädoyer, die kollektiven Chancen für professionelle Designer/innen in der Kreativwirtschaft zu ergreifen. Der Teil der Vorstellung der persönlichen Kompetenzen zeigte anhand der eigenen Biografie, dass Design eigentlich immer mit Gestaltungs- und Managementaufgaben verbunden ist. Erst recht, wenn es sich um trans- bzw. interdisziplinäre Projekte handelt. Das eigene Verständnis von Designmanagement wurde in der Kombination der klassischen mit der kreativen Wertschöpfungskette dargestellt. Die zentrale These: Designmanagement ist konzertiertes Handeln, um mit holistischer Vorgehensweise Substanz für alle Beteiligten (Unternehmen und kreative Designer/innen) und Betroffene (Gesellschaft und einzelne Nutzer) zu schöpfen.

Start-up-Training - Lernziel des Projekts (FH Trier) war die Analyse der Bedeutung von Wertschöpfungsketten für Gestalter. Ergebnis war die Organisation einer erfolgreichen Kooperation von 40 Kreativen (Professionals und Studierende) der Region mit kommunikativer Breitenwirkung der experimentellen Lehrform.

Beispielprojekt: Start-up-Training – Lernziel des Projekts (FH Trier, 2003) war die Analyse der Bedeutung von Wertschöpfungsketten für Gestalter. Ergebnis war die Organisation einer erfolgreichen Kooperation von 40 Kreativen (Professionals und Studierende) der Region mit kommunikativer Breitenwirkung der experimentellen Lehrform.

Forschungen zum Sitzen in Büro und Produktion – hier Konzept Industriearbeitsstuhl von 1979

Beispielprojekte aus der Arbeit von von Ulrich Kern: Forschungen zum Sitzen in Büro und Produktion – hier Konzept Industriearbeitsstuhl von 1979

„Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können.“
Der dritte Teil, das Lehrkonzept, war analog zum vorangegangenen aufgebaut. Die Studierenden werden von einfachen Aufgabenstellungen an komplexe Problemlagen herangeführt. Während das eine noch relativ konkret ist, ist das andere schon sehr viel abstrakter und stellt damit auch höhere Anforderungen an die Managementkompetenz der Designer/innen. Höhere Anforderungen, wie sie letztlich auch viele der beruflichen Biografien von Gestaltern auszeichnen. Und am Ende des Vortrags wurde der kumulierte Nutzen des Designmanagements für die Kreativwirtschaft anhand eines Theoriemodells vermittelt. Denn wie sagte doch Albert Einstein so schön: „Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können.“

Download Vortragsfolien „Designmanagement – Kumulierter Nutzen für die Kreativwirtschaft“ 2007 _ Ulrich Kern

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