Produktplanung – Immer um das Gleichgewicht besorgt

 

Immer schön aufs Gleichgewicht achten – die Balance zwischen dem Alten und dem Neuen, dem Rechenbaren und dem Risiko, zwischen Funktionären und Überzeugungstätern.

Immer schön aufs Gleichgewicht achten – die Balance zwischen dem Alten und dem Neuen, dem Rechenbaren und dem Risiko, zwischen Funktionären und Überzeugungstätern.

Produktmanagement: Glaubt man den Chronisten, war Schumpeter mit seiner Persönlichkeit merklich aus der Balance gekommen. So berichtet die Wirtschaftswoche 14-2009, dass er ein Geldverschwender, ein Weiberheld war. Aus seinem Verhältnis zu Prostituierten machte er kein Geheimnis. Gleichzeitig war er einer der größten Denker der Volkswirtschaft. Joseph Schumpeter hat uns den Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ vererbt. Für ihn war die Wirtschaft eigentlich ständig im Ungleichgewicht. Etablierte Industrien werden durch neue Technologien obsolet und von neuen Unternehmen mit innovativen Produkten abgelöst. Damit dieser Prozess nicht unkontrolliert einfach so geschieht, hat die Wirtschaft das Innovationsmanagement erfunden. Es soll das Gleichgewicht zwischen den vom Markt akzeptierten, und damit erfolgreichen Produkten zu den progressiven, zur Zukunftssicherung des Unternehmens beitragenden Ideen herstellen. Ein nie konfliktfreier und immer unter Zeitdruck stehender Prozess!

Organisationsentwicklung – mit „Hausfrauen“ und „Künstler“ wird das Unternehmen kontrolliert unter Dampf gehalten

Organisationsentwicklung – mit „Hausfrauen“ und „Künstler“ wird das Unternehmen kontrolliert unter Dampf gehalten

Die Welt funktioniert nicht mehr nach dem „Par ordre du mufti“
Im Modul „Produktmanagement“ von Prof. Dr. Ulrich Kern wird dem Thema der Innovation und seines Managements auch ein entsprechend großer Raum gegeben. Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft die Wirtschaft in die Verantwortung nimmt und von ihr nicht nur wettbewerbsfähige Innovationen, sondern nachhaltige und ökologische Innovationen erwartet, ist der Prozess der Erneuerung genau der, der die „schöpferische Zerstörung“ auch noch sozialverträglich und marktkonform gestalten muss. Wie man an den Folgen der Energiewende in Deutschland sehen kann, sind solche tiefgreifenden Veränderungen komplex und nicht nur vom Beifall des Publikums begleitet. „Wer handelt, der handelt!“ so der Psychoanalytiker Fritz. B. Simon, der das Verhalten der beteiligten Menschen in den Unternehmen mit einem Tauschmarkt zwischen Mitarbeiter und Management vergleicht. Die Welt, selbst die hierarchisch strukturierte funktioniert nicht mehr nach dem Prinzip des „Par ordre du mufti“. Wer sein Unternehmen erhalten will, muss das nicht immer kompatible Verhalten der Menschen akzeptieren. Nicht von ungefähr spricht man respektvoll von den „Hausfrauen“ und den „Künstlern“ in einem Unternehmen. Während die einen stabilisieren und für reibungslose Abläufe sorgen, sind die anderen für die Dynamik und das Neue zuständig. Kreativität finden wir bei beiden, sowohl in der Optimierung als auch in der Innovierung der Prozesse und Produkte. Auch hier verspüren wir das Bedürfnis nach Gleichgewicht.

Innovationsverständnis – ganz oder gar nicht! Ohne holistisches Management realisieren sich nur punktuelle oder partikulare Wettbewerbsvorsprünge – die Erfindung braucht die Invention!

Innovationsverständnis – ganz oder gar nicht! Ohne holistisches Management realisieren sich nur punktuelle oder partikulare Wettbewerbsvorsprünge – die Erfindung braucht die Innovation!

Die „Alleinherrschaft“ der Technik ist vorbei
Und weil das so ist, entwickelt sich in unserem Deutschland auch ein neues Verständnis von Innovation: Die Bedeutung der Schweißnaht geht zurück und einen Motor muss die Innovation auch nicht unbedingt haben. Technik ist wichtig, aber die „Alleinherrschaft“ ist vorbei. Soll eine Idee zu einer Innovation werden, muss holistisch geplant und umgesetzt werden. Immer müssen alle Leistungsbereiche des Unternehmens auf dem selben, sich nach oben orientierenden Niveau bewegen. Wer zurück bleibt, gefährdet den Erfolg des Ganzen. Deswegen können Innovationen nicht punktuell oder partikular sein. Wer denkt, das Apple erfolgreich ist, weil es ein tolles Smartphone oder ein schönes Laptop hat, hat nicht verstanden, dass die Innovation Apple selbst ist. Und genau das, zieht sich durch – es ist die Ganzheit des Denkens und Handelns eine Systems. Das Produkt muss selbstverständlich eine Innovation in sich bergen, um überhaupt legitimiert zu sein, das Lichts des Marktes zu erblicken.

Innovationsmanagement - Der Reader zur Vorlesung von Prof. Dr. Ulrich Kern erläutert den Begriff und seinen Kontext sowie das Verständnis als auch die Entwicklung in der Praxis

Innovationsmanagement – Der Reader zur Vorlesung von Prof. Dr. Ulrich Kern erläutert den Begriff und seinen Kontext sowie das Verständnis als auch die Entwicklung in der Praxis

Wettbewerbsfähige Innovationen sind Mannschaftsspiel
Aber es braucht Mitspieler – Geschäftsmodelle, Design, Social Media, Arbeitszeitmodelle oder Diversity um überhaupt eine Chance der Diffusion in den Markt zu haben. Der Prozess der wettbewerbsfähigen Innovationen ist längst zu einem Mannschaftsspiel geworden. Für eitle Einzelspieler ist längst kein Platz mehr. Auch hier – Sorge um das Gleichgewicht ist angebracht.

Balance zwischen Erfahrung und Experiment
Die Tage titelte das Handelsblatt (5.11.2014) „Zu wenig kreative Unruhe in Deutschland“ und verwies auf eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater von PwC. Hintergrund waren Familienunternehmen, die in Deutschland möglicherweise noch allzu oft an alten Werten festhalten. Auch hier – Balance zwischen dem Gestern und Morgen, zwischen der Erfahrung und dem Experiment, zwischen Stabilität und Dynamik.

Download Reader „Innovationsmanagement als zentrale Aufgabe in Unternehmen und Wirtschaft“ _ Ulrich Kern

Download Reader „Die SWOT-Analyse als eine Managementmethode in der Strategieentwicklung“ _ Ulrich Kern

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