Biomemo – die DDR und ihre Designförderung

 

„Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR“: Ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt

„Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR“: Ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt

Buchbeitrag: Ob man es nun für gut heißt oder auch nicht – das damalige Amt für industrielle Formgestaltung (AIF) der ehemaligen DDR hat mit Martin Kelm auch ein Stück deutscher Designgeschichte geschrieben. Und man muss weder verklären noch verschweigen, was in Ost-Berlin zur Designförderung geleistet wurde. Es hat stattgefunden und es hat Spuren hinterlassen. Grund genug für die Herausgeber, Jens Krzywinski, Christian und Sylvia Wölfel, das Wirken des heute 84-jährigen Martin Kelm zu beleuchten. Entstanden ist dabei ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt. Mit Beiträgen von Martin Kelm, den Herausgebern, Anne Sudrow, Peter Altmann, Winfried Klemmt, Rolf Roeder, Peter Frank, Margareta Tillberg und Ulrich Kern.

„Berührungspunkte zum AIF und zu Martin Kelm – Persönliche Lehren für Wissen und Werte, Design und Demut“. Buchbeitrag in: Christian Wölfel, Sylvia Wölfel, Jens Krzywinski (Hg.): Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR. Dresden 2014

Der Beitrag von Ulrich Kern ist eine biografische Erinnerung an einen Zeitraum von fast 20 Jahren, der am Baggersee in Salzgitter beginnt und am Bauhaus in Dessau endet. Der Autor stellt Kelms Publikation „Produktgestaltung im Sozialismus“ (1971) in den Kontext von Haugs „Kritik der Warenästhetik“ und Selles „Ideologie und Utopie des Design“ (1973) bis hin zu Bürdeks „Einführung in die Designmethodologie“ (1975). Inhaltlich wird die Beziehung von Kelms Begriff der „Gebrauchswertkostenanalyse“ zum Konzept des „Foot Print“ gespannt. Das von Kern als damaligem Leiter den Design-Zentrums NRW gemanagte Projekt „Design – Vorausdenken für den Menschen“ (Bundesministerium für Innerdeutsche Beziehungen, 1984) in Ost-Berlin zeigte unter anderem die große Schnittmenge im deutsch-deutschen Designverständnis, die da „Verantwortung“ hieß – Ästhetik und Ethik haben eben nicht nur eine phonetische Ähnlichkeit.

„Design-Management“ – Herausgeber war 1990 das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen mit Beiträgen verschiedener Autoren

„Design-Management“ – Herausgeber (Projektleitung Ulrich Kern) war 1990 das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen mit Beiträgen verschiedener Autoren. Auftraggeber der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ein weiterer Berührungspunkt zu Kelms AIF war der Auftrag des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie, eine Design-ausstellung mit Symposium im Dessauer Bauhaus (1990) zu veranstalten. Zum Symposium erschien die Publikation „Design-Management“ mit Beiträgen verschiedener Autoren (z.B. Elke Trappschuh, Rudolf Schönwandt, Siegfried Gronert) zum Wettbewerbsinstrument Design. So auch das Interview (von Dr. Annette Musiolek) „Programme statt Produkte“ mit Dr. Michael Blank, dem damaligen Leiter des Ost-Berliner Designzentrums Neue Industriekultur, und Ulrich Kern als Pendant im Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen. Industriekultur sucht die Spuren der eigenen gesellschaftlichen Identität, um Spuren zur Nachhaltigkeit dieser Identität den heutigen Protagonisten zu hinterlassen.

*Biomemo = Biografische, informative Erinnerung

Download Interview „Programme statt Produkte“ _ Dr. Annette Musiolek mit Dr. Michael Blank und Ulrich Kern

Link zu den Herausgebern

Link „Design – Vorausdenken für den Menschen“

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