Innovationsmanagement – Kreativer Mut für MINT

 

Finden und erfinden - Sicherlich spielte die Technologie im Laufe der industriellen Entwicklung eine besondere Rolle. Aber die heutige Wirtschaft im postindustriellen Zeitalter kennt vielfältige weitere Treiber – Dienstleistungen, Kreativökonomie, Wertewandel und soziale Medien sind nur einige Stichworte.

Finden und erfinden – Sicherlich spielte die Technologie im Laufe der industriellen Entwicklung eine besondere Rolle. Aber die heutige Wirtschaft im postindustriellen Zeitalter kennt vielfältige weitere Treiber – Dienstleistungen, Kreativökonomie, Wertewandel und soziale Medien sind nur einige Stichworte.

Kreativmanagement: Nichts wird so häufig beschworen wie Innovation. Und nichts ist schwieriger als das Denken in neuen Bahnen. Gewohnheiten geben Halt. Gewohnheiten machen aber blind für Neues. Das gilt in Unternehmen wie auch in der akademischen Lehre. Ein gutes Beispiel, wie es anders geht, ist der Fachbereich „Maschinenbau-Automatisierungstechnik“ der FH Südwestfalen. Hier gönnt man sich auf dem Campus Soest den Studiengang Design- und Projektmanagement als eine Form der parallelen Selbst-Innovierung. Die Verbindung gestalterisch-kreativer und ökonomisch-technischer Kompetenzen ergibt ein neues Profil der Absolventen. Dafür sorgt auch der Fokus auf Kreativität und Innovation für Unternehmen, den Prof. Dr. Ulrich Kern mit seiner Lehre in seinen Design- und Managementmodulen setzt.

Auf die Querschnittlichkeit der Kompetenzen setzen
Akzeptiert man das Schumpeter’sche Prinzip der „schöpferischen Zerstörung“ auch für den tertiären Bildungssektor und zieht man die Linie weiter zu Richard Florida und seiner „Creative Class“ der drei T´s (Technik, Talent, Toleranz), dann landet man – fast zwangsläufig – beim Innovationsmanagement als wesentlichen Teil eines kreativen und mutigen (!) MINT-Studiums. Kreativ, weil es die Problemlösungskompetenz der Studierenden trainiert, und mutig, weil es die Eingleisigkeit des klassischen Studiums verlässt. Es setzt auf die Querschnittlichkeit der Kompetenzen und nicht auf den technischen, gestalterischen oder kaufmännischen Spezialisten. Es geht um das Erkunden des unbekannten „Dazwischen“, der „Terra Incognita“. Daher gehören auch in die Lehre des Innovationsmanagements nicht nur positive Beispiele, sondern auch Flops und eine Ursachenanalyse. Genauso wichtig ist Design Thinking als eine neue Managementmethode für eine innovative Lösungsqualität komplexer Probleme. Ein klares Signal für den Erfolg des Studienmodells sind die guten Beschäftigungschancen der Absolventen. Aktuelle Stellenanzeigen mit ihren hoch ausdifferenzierten Anforderungsprofilen offenbaren ebenso die Passung zu interdisziplinären, kreativen „Weiterdenkern“.

Innovationsmanager/innen sind direkt am „zentralen Nerv“ ihres Unternehmens tätig: Sie wirken an der Erneuerungs- und Zukunftsfähigkeit der Produkte mit. Querschnittliche Kompetenzen im Zusammenspiel von technischer Basis, ökonomischem Wissen und gestalterischer Kompetenz sind daher wichtige Voraussetzung.

Innovationsmanager/innen sind direkt am „zentralen Nerv“ ihres Unternehmens tätig: Sie wirken an der Erneuerungs- und Zukunftsfähigkeit der Produkte mit. Querschnittliche Kompetenzen im Zusammenspiel von technischer Basis, ökonomischem Wissen und gestalterischer Kompetenz sind daher wichtige Voraussetzung.

Fährtenleser für die „Terra Incognita“
Vor allem aber plädieren immer mehr Wirtschaftsexperten wie der Chef-Ökonom des Handelsblatt Research Institute, Dirk Heilmann, für MINT-Studiengänge mit kreativem Mut: „Die Industrie 4.0 braucht vor allem mehr Kreative, nicht mehr Techniker“ so die zentrale These in dem Beitrag „MINT allein ist nicht die Lösung“ (2.11.2015). In dem Curriculum des Soester Studiengangs Design- und Projektmanagement geht es daher nur zum Teil um die klassische Wissensvermittlung als deklaratives Lernen. Es geht vor allem um die Entwicklung von prozeduralem Wissen – wirksame Handlungskompetenz in unscharfen, komplexen Situationen. Wesentlicher Bestandteil des Wissenserwerbs sind offene Methoden für variierende Problemkonstellationen. Sie trainieren die individuellen und höchst unterschiedlichen Kombinationen von Lösungskompetenzen – auf dem Weg zu einer souveränen Management-Persönlichkeit.

Ergebnis harter und systematischer, kreativer und lustvoller Arbeit
Kreativität wird – so die Einschätzung vieler Ökonomen – zur zentralen Ressource, entscheidend im Wettbewerb der Zukunft. Beleg ist zum Beispiel eine in dem erwähnten Artikel vorgestellte Untersuchung, was die US-Wirtschaft antreibt. Es zeigt sich, dass seit den 1970er Jahren die Bedeutung der kognitiven und manuellen Routine-Tätigkeiten sinkt. Die kognitiven und zwischenmenschlichen Nichtroutine-Tätigkeiten dagegen werden immer entscheidender für Innovation und Wachstum. Teamfähige Kreativität als Basis für das Erkunden unbekannten Geländes – People Business eben! Und gleichzeitig braucht das Management des Neuen auch immer ein gehöriges Maß an Empathie. Es gilt zu erahnen, was sinnstiftender Nutzen für Markt und Kunden tatsächlich bedeutet. „The next big Thing“ ist kein plötzliches Gottesgeschenk, sondern das Ergebnis harter und systematischer, kreativer und lustvoller Arbeit. Aufschlussreich ist in diesem Kontext, dass zwar die analytisch-logischen Fähigkeiten des Menschen in den letzten 100 Jahren gestiegen sind, seine Kreativität aber abnahm – so Dirk Heilmann in seinem Leitartikel. Grund genug, Studierende an das Thema des Neuen für Unternehmen und Märkte heranzuführen. Sind sie es doch, von denen künftig als Nachwuchsmanager/innen frische, unverbrauchte Impulse erwartet werden. Innovationsmanagement als Verbindung aus offen-strukturierten Planungsprozessen und der Sinnlichkeit seiner Protagonisten. Wissen und Fantasie als synchrone Stränge für Innovation …

Link Website „Das Innovationsportfolio als Instrument der Produktstrategie“ _ BA-Thesis Martin Grützner _ FH Südwestfalen

Link Website „Design Thinking – Spaß an Innovationsprozessen wecken“ _ FH Südwestfalen

Link Website „Design: Fünf Worte sagen mehr als Tausend…“ _ FH Südwestfalen

Link Website „Think Tank: Design-Experimente zwischen Fakten, Forschung und Fiktion _ HAWK Hildesheim

Download Reader „Innovationsmanagement – Fährtenleser für die ´Terra Incognita´ _Ulrich Kern

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