Teamwork – Leistungselite auf Zeit

 

Sozialkompetenzen - Teamarbeit funktioniert nicht von selbst. Die Untersuchung von Teamleis-tungen – ihrer Erfolge und typischen Probleme – hat eine Reihe von Erkenntnissen geliefert und theoretische Ansätze begründet, wie aus Solisten eine Leistungselite auf Zeit entsteht.

Sozialkompetenzen – Teamarbeit funktioniert nicht von selbst. Die Untersuchung von Teamleis-tungen – ihrer Erfolge und typischen Probleme – hat eine Reihe von Erkenntnissen geliefert und theoretische Ansätze begründet, wie aus Solisten eine Leistungselite auf Zeit entsteht.

Kreativmanagement: Warum können Spitzenleute in einem Team über sich hinauswachsen? Und warum können vergleichbar qualifizierte Spezialisten in anderer Teamkonstellation scheitern? Für die Entschlüsselung des Erfolgsgeheimnisses von Teams in Unternehmen ist die Parallelität zum Spitzensport aufschlussreich. Beim Fußball lassen sich, auf öffentlicher Bühne sozusagen, die Voraussetzungen für ein erstklassiges Team studieren – und auf unternehmerische Teamarbeit und deren Management transferieren. Im Modul „Management“ des Studiengangs „Design- und Projektmanagement“ (FH Südwestfalen, Campus Soest) bei Prof. Dr. Ulrich Kern wird die Bedeutung leistungsfähiger Teams für innovative Unternehmen einer transformierten Wirtschaft analysiert. Von theoretischen Rollenkonzepten über Phasenmodelle der Teamfindung bis zu praktischen Beispielen der Wirtschaft und Vorbildern aus dem Spitzensport geht es um den „Erfolgsfaktor Teamwork – Voraussetzung für kollaborativ-kreative Spitzenleistungen“, wie der Reader zur Vorlesung lautet.

Fußball-Turniere: öffentliche Bühne für Teamarbeit der Spitzenklasse
Was zeichnet nun im Fußball die Besten der Besten aus? Nehmen wir als Beispiel die Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Das Team von Joachim Löw gewann den Cup. Dabei verfügten viele Mannschaften des Turniers – gerade die weiteren Favoriten wie Spanien als Titelverteidiger und das Gastgeberland Brasilien – über Spieler, die in den Top-Klubs der Welt einen Titel nach dem anderen holen. Offenbar aber hatte das deutsche Team den stärksten Erfolgsgrund. In ihrer spezifischen Konstellation steigerten sich die individuellen Stärken der einzelnen Top-Spieler zu einer gemeinsamen Spitzenleistung. Individuelle Schwächen wurden im Team kompensiert. Individuelle Stärken vernetzten sich in einem eskalativen Prozess zu einer überragenden Leistung – ein Vorgang reziprok aufeinander bezogener Professionalität, der aus Solisten eine Leistungselite auf Zeit macht. So entstehen Ergebnisse und Storys, die das Zeug haben, Geschichte zu schreiben. Jedenfalls Fußballgeschichte. Ausschlaggebend war sicherlich die Strategie des Trainers. Er hatte komplementäre Stärken in der Teamkonstellation weitsichtig zusammenfügt und eine Kultur eingeführt, die zu effizienter Arbeit und kreativer Spitzenleistung auf dem Weg ins gegnerische Tor motivierte. Damit war Löw den vielen „Fußballtrainern“ unter den weltweiten Fans weit überlegen. Denn auf der FIFA-Website konnte jede/r das „Dream Team“ des Turniers küren. Das Ergebnis der öffentlichen Jury wich aber deutlich von der schließlich überlegenen Leistungsqualität des Siegerteams ab. Ein Zeichen, dass individuellen Spitzenleistungen mehr zugetraut wird als dem Kompositum im Team?

Teamwork - Ein funktionierendes Team zeichnet sich durch gegenseitige Inspiration, flexible Offenheit und innovative Neugier aus. Der Teamleistungsprozess ist am Ende nur so gut wie die Einbindung der wesentlichen Erfolgsfaktoren – angefangen bei der Projektplanung über die Si-cherstellung einer effektiven und effizienten Teamkonstellation und die Integration der KIK-Faktoren bis hin zur Team- und Kommunikationskultur.

Teamwork – Ein funktionierendes Team zeichnet sich durch gegenseitige Inspiration, flexible Offenheit und innovative Neugier aus. Der Teamleistungsprozess ist am Ende nur so gut wie die Einbindung der wesentlichen Erfolgsfaktoren – angefangen bei der Projektplanung über die Sicherstellung einer effektiven und effizienten Teamkonstellation und die Integration der KIK-Faktoren bis hin zur Team- und Kommunikationskultur.

Von der öffentlichen Bühne ins Innere von Unternehmen
Während im Fußball die Besten der Besten auf öffentlicher Bühne ihr Können zeigen, findet unternehmerische Teamarbeit hinter geschlossenen Türen statt. Für Studierende ist es aber wichtig, frühzeitig die Bedeutung von leistungsfähigen Teams für innovative Unternehmen zu kennen. Kaum eine Stellenanzeige im akademischen Metier kommt heute ohne die Anforderung der Teamfähigkeit aus. Ist doch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der Wissens- und Ideenökonomie mit der von Mannschafts-Sportarten zu vergleichen. Kein Problem ist mehr von einem „Wissensarbeiter“ allein zu lösen! Nicht von ungefähr wird auch immer die Fähigkeit zur Kommunikation eingefordert. Und die wenigsten Probleme in der Wirtschaft sind mit repetitiven Routinen zu bewältigen. Es braucht Kreativität und Teamarbeit, um Neuem auf die Spur zu kommen. Dabei ist die individuelle Befähigung zu erfolgreicher Teamarbeit nicht auf „Knopfdruck“ zu haben. Es braucht kritische Reflexion über die Voraussetzungen und aktives Üben in Teamstrukturen. Nur folgerichtig ist es daher, dass die Studierenden in den Modulen bei Prof. Dr. Ulrich Kern stets im Team arbeiten, und zwar nach dem aktivierenden Ansatz des „Forschenden Lernens“. Während im ersten Semester noch die ersten Gehversuche in Gruppenarbeit stattfinden, ist gegen Ende des Studiums die Teamfähigkeit mindestens auf Praxisniveau eines durchschnittlichen Unternehmens entwickelt.

Sozialkompetenzen – vom Ego zum Wir
Verantwortlich dafür ist die Selbsterkenntnis der Studierenden, dass ihre (persönlichen) Erfolge eng an die des Teams geknüpft sind. Sie lernen Kreativität in der Wissenschaft als sozialen Prozess kennen und merken, dass Sozialkompetenzen die Voraussetzung dafür sind, dass Zusammenarbeit allen Spaß macht und Belastungen gleich verteilt sind. Und das verstehen sogar Studierende mit hohem Ego-Faktor. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass das Geben und Nehmen in echten Teams kein bilaterales Tauschgeschäft ist, sondern ein Sprung auf eine höhere Leistungsqualität mit multilateralem Nutzen. Und davon hängt künftig mehr denn je die unternehmerische Leistungsfähigkeit ab. Schätzungen aus der Wissenschaft besagen, dass sich inzwischen alle fünf Jahre das weltweit vorhandene Wissen verdoppelt. Daraus erwächst für Unternehmen die enorme Herausforderung, Schritt zu halten mit der dynamischen Wissensmehrung auf ihrem Gebiet. Wesentliches Merkmal sind hochqualifizierte Wissensarbeiter, die über spezialisierte und übergreifende Kompetenzen verfügen. Die Verbindung der Spezialisten zu einer integrierten Leistung funktioniert nur über Teamarbeit, einer Leistungselite auf Zeit, gesteuert durch ein Management – durch ein Design- und Projektmanagement!

Download Reader „Erfolgsfaktor Teamwork – Voraussetzung für kollaborativ-kreative Spitzenleistungen“ _ Ulrich Kern

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