Studienprojekte – Kompetenz nach Außen vermittelt

 

Wissenschaftsmarketing - 2018, das Jahr, ab dem die demografische Entwicklung für Hochschulen konkret spürbar wird. Wer sich frühzeitig mit einem vorausschauenden Marketing auf die Situation vorbereitet ha, wird weniger Schwierigkeiten bei den künftigen Bewerberzahlen haben.

Wissenschaftsmarketing – 2018, das Jahr, ab dem die demografische Entwicklung für Hochschulen konkret spürbar wird. Wer sich frühzeitig mit einem vorausschauenden Marketing auf die Situation vorbereitet hat, wird weniger Schwierigkeiten bei den künftigen Bewerberzahlen haben.

Wissenschaftsmarketing: 2018 rückt näher. Es ist das Jahr, ab dem die demografische Entwicklung für Hochschulen konkret spürbar wird. Und zwar als insgesamt rückläufige Studierendenzahl und damit als potenzielle Unterauslastung des Studienangebots. Spätestens dann droht, analog zur Wirtschaft, ein Verdrängungswettbewerb. Dieser wird nicht nur zwischen Hochschulen, sondern auch zwischen Fachbereichen ausgetragen. Sichtbar wird dann, wer sich frühzeitig mit einem vorausschauenden Marketing auf die Situation vorbereitet hat. Welche Rolle dabei Kompetenz-Kommunikation in Studienprojekten spielt, erläutern wir – Ulrich Kern und Petra Kern – im Folgenden anhand eines gemeinsam entwickelten Modells. Ein Beispiel aus der Lehre von Ulrich Kern zeigt den Transfer des Modells auf ein konkretes Studienprojekt auf und illustriert die Erfolgsfaktoren einer Kompetenz-Kommunikation.

Offensives, vorausschauendes Marketing der Fachbereiche
Eine Antwort auf sinkende Bewerberzahlen ist eine offensive Marketingstrategie, die selbstbewusst die Attraktivität eines Studiums in die Öffentlichkeit trägt. Dazu tragen allerdings die drei „i“ – nämlich international, innovativ und interdisziplinär, wenig bei. Wie eine Studie gezeigt hat, beruft sich inzwischen fast jede Hochschule in ihrem Leitbild darauf. Differenzierend im Wettbewerb sind dagegen die konkreten Beispiele aus einer Lehre, die nicht nur fachwissenschaftlich seriös sind, sondern auch einen sozialen Anspruch haben. Studierende wollen Wissenschaft als „sozialen Prozess“ erfahren, im Team arbeiten und sowohl ihre Professionalität als auch ihre Persönlichkeit entwickeln. Wie so etwas gelingt, zeigt ein Beispiel von Prof. Dr. Ulrich Kern aus seiner Lehre an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim. Im Modul „Unternehmensstrategie“ spielten die Studierenden exemplarisch durch, wie ein Programm für eine Produktlinie entsteht und kommunizierten öffentlich ihre Prozesskompetenz.

Studienprojekte im Design - Im SoSe 2007 haben zwölf Studierende der HAWK Hildesheim (Fakultät Gestaltung, Prof. Dr. Ulrich Kern) für die Hildesheim Marketing GmbH eine Reihe von Merchandising-Produkten entworfen. Das Studienformat war wie ein professionelles Auftragsprojekt angelegt.

Studienprojekte im Design – Im SoSe 2010 haben zwölf Studierende der HAWK Hildesheim (Fakultät Gestaltung, Prof. Dr. Ulrich Kern) für die Hildesheim Marketing GmbH eine Reihe von Merchandising-Produkten entworfen. Das Studienformat war wie ein professionelles Auftragsprojekt angelegt.

Großes Kino – Zwölf ehrgeizige Nachwuchs-Designer/innen in einer Stadt mit zwei Weltkulturerbe-Stätten
Hildesheim – eine Stadt mit mehr als einhunderttausend Einwohnern, zwei UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, drei Hochschulen und jährlich über 300.000 Touristen. Hinzu kommen ein engagiertes Stadt-Marketing und eine renommierte Design-Abteilung an der HAWK Hildesheim. Da liegt die Idee zu einem gemeinsamen Merchandising-Projekt, das die Design-Studierenden für das Thema „Souvenir“ begeistert, nahe. Da die Fakultät Gestaltung weiß, dass sie im „War for Talents“ direkt mit der FH Hannover und der HBK Braunschweig wetteifert, sind Studienprojekte mit starker Außenwirkung immer willkommen. Bieten sie doch die Chance, nach außen sichtbar zu machen, welche Kompetenzen die Studierenden erwerben. So kann das Profil der Berufsbefähigung zu einem Entscheidungsgrund für Interessierte dieses Studienfachs werden. Zudem ist ein kreativer Studiengang ein Standortfaktor. Kooperationsprojekte in der Region sind nicht nur Ausweis von Innovationssynergien, sondern auch der Praxis-Orientierung von Fachhochschulen.
Im Modul „Unternehmensstrategie“ haben im SoSe 2010 zwölf Studierende unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Kern (Designmanagement) für die Hildesheim Marketing GmbH eine Reihe von Merchandising-Produkten entworfen. Das Studienformat war wie ein professionelles Auftragsprojekt angelegt. Nach Briefing und dem Kick-off-Meeting beim Kunden gab es entsprechende Zwischenpräsentationen mit kritischem Feedback. Am Ende des Semesters und der Projektlaufzeit wurden die Arbeiten dem Hildesheimer Bürgermeister, dem Geschäftsführer von Hildesheim Marketing und der Presse von den Studierenden vorgestellt. Während einer mehrwöchigen öffentlichen Ausstellung im Tempelhaus am historischen Marktplatz hatten Besucher die Gelegenheit zu einem Voting für einen der Entwürfe. Das öffentlichkeitswirksame Projekt wurde in einer Dokumentation zusammengefasst und stand den Studierenden als „Lessons Learned“ zur Verfügung.

Hochschulmarketing -Was nachher in den Medien wie ganz selbstverständlich aussieht, ist Ergebnis methodisch geplanter Parameter. Im Grunde muss sich der Lehrende vor Beginn der Lehrveranstaltung bewusst sein, welche „Bausteine“ für die Projektkonstellation kombiniert werden können.

Hochschulmarketing – Was nachher in den Medien ganz selbstverständlich aussieht, ist Ergebnis methodisch geplanter Parameter. Im Grunde muss sich der Lehrende vor Beginn der Lehrveranstaltung bewusst sein, welche „Bausteine“ für die Projektkonstellation kombiniert werden können.

Kompetenz-Kommunikation als Teil eines Reputationsmanagements
Was nach Außen ganz selbstverständlich aussieht, ist Ergebnis methodisch geplanter Parameter. Im Grunde muss sich der Lehrende vor Beginn der Lehrveranstaltung bewusst sein, welche „Bausteine“ für die Projektkonstellation kombiniert werden können. Ausgangspunkt ist das Studiengangsprofil. Je substantiierter dies in seiner Beschreibung ist, umso konsistenter verbindet es sich mit dem Lehr- und Forschungskonzept des Lehrenden. Dabei handelt es sich um Prozesse mit hoher und wechselseitiger Dynamik. Gerade im Design sind Studiengangsprofile in der Verbindung zu den Lehr- und Forschungskonzepten der Lehrenden und in Auseinandersetzung mit der sich wandelnden Außenwelt kontinuierlich zu entwickeln. Diese interne Beziehung spiegelt sich in der Kompetenz-Kommunikation im Sinne eines Reputationsmanagements. Es entsteht eine dynamische Innen-Außen-Beziehung, die den Wissenschaftsbetrieb nach außen transparent, verständlich und zugänglich macht.

Kombination der Erfolgsfaktoren
Auf dieser Basis lassen sich die weiteren Erfolgsfaktoren für eine Kompetenz-Kommunikation kombinieren. Wesentlich ist es, den Ehrgeiz der Studierenden zu wecken. Ein relevantes Studienprojekt, das an die studentische Lösungskompetenz appelliert und als Ergebnis öffentlich sichtbar wird, ist eine wichtige Voraussetzung. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist ein begeisterungsfähiger Kooperationspartner. Sein Engagement im Projekt befeuert die Motivation und Kreativität der Studierenden. Zu nennen ist weiterhin die curriculare Integration des Studienprojekts. Dieser Erfolgsfaktor weist die Relevanz für die Berufsbefähigung aus. Die Studierenden wissen, dass ihre Leistung im Projekt auf ihr späteres Berufsfeld vorbereitet und somit authentisch ist. In dem Zusammenhang ist auch das Projektmanagement ist wichtiger Baustein. So lässt sich das Arbeiten im Projekt – mit einem ganz realen Komplexitätsgrad – kennenlernen, ohne dass es bei der abstrakten Theorie bleibt. Gerade die konkrete Erfahrung in Projekten verstärkt die studentische Wahrnehmung der eigenen Professionalität – was in einem hochdynamischen Berufsfeld wie Design von ungeheurem Wert ist. Von hoher Bedeutung schließlich für die Kommunikation nach Außen ist die Medienrelevanz des Studienthemas. Ein Thema mit Nachrichtenwert und – wie in dem geschilderten Beispiel – mit Bezug zu den Menschen der Region findet Aufmerksamkeit. Content ist hier von Bedeutung, zu verstehen als inhaltliche Kompetenz in Auseinandersetzung mit einer Projektaufgabe. In diesem Zusammenhang ist die konzeptionelle Bild- und Textkommunikation ein weiterer Erfolgsfaktor. Erst mit einer professionellen Qualität der Visualisierung und der Verbalisierung findet der Wissenschaftsbetrieb Zugang zu den Medien.

2018 rückt näher. Es wird Zeit für Hochschulen und Fachbereiche, schon die Inhalte und Methodik ihres Lehrangebotes als Marketingaufgabe zu verstehen. Denn auch hier gilt das Heiner Geißler zugeschriebene Bonmot: „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, trägt sie am falschen Platz!“

Download Dokumentation „Entwicklung von Merchandising-Produkten für Hildesheim Marketing GmbH _HAWK Hildesheim SS 2010

Link „Hildesheim-Souvenirs entstehen gemeinsam mit der HAWK“ _ Website der HAWK Hildesheim

Link „Guten Morgen Hildesheim“ _ Website der HAWK Hildesheim

Link „Hildesheimer Souvenirs: Junger Blick auf alte Schätze“ _ Website der HAWK Hildesheim

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