Zehn Stichworte und zehn Randnotizen

 

 

Die Zahl Zehn steht für Anfang und Ende, Vollkommenheit und Vollendung, so die Symbolik. Aber vor allem ist sie die Basis des Dezimalsystems und so sollte man auch diesen Kommentar zu zehn Stichworten sehen, nämlich als Grundlage einer Rhetorik, die immer konstruktiv und produktiv gemeint ist. Aber jedes Argument braucht eine Antenne – eine die sendet und eine die empfängt.

Die Zahl Zehn steht für Anfang und Ende, Vollkommenheit und Vollendung, so die Symbolik. Aber vor allem ist sie die Basis des Dezimalsystems und so sollte man auch diesen Kommentar zu zehn Stichworten sehen, nämlich als Grundlage einer Rhetorik, die immer konstruktiv und produktiv gemeint ist. Aber jedes Argument braucht eine Antenne – eine die sendet und eine die empfängt.

Kommentar: Bemerkenswertes Interview mit dem neuen HRK-Präsidenten Prof. Dr. Peter-André Alt. Er ist Literaturwissenschaftler und war bis zu seiner Ernennung zum Präsidenten der Hochschulrektoren-Konferenz Präsident der FU Berlin. Das Interview erschien am 29.7.2018 in der FAZ und wurde von Gerald Wagner und Thomas Thiele geführt.
Hier meine kurze (provokative) Kommentierung aus Sicht eines Designwissenschaftlers anhand zehn von mir ausgewählter Stichworte.

  1. Mut zum Experiment und kreative Modelle:
    In Anbetracht der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft kann man sich von den Hochschulen nur wünschen, dass sie neue Formate für die Wissensgesellschaft entwickeln. Warum nicht ein Angebot wie „Complex Problem Solving“ neben den klassischen Fächern?
  1. Individualität der Hochschule:
    Die so genannten „Leuchtturm-Projekte“ könnten Hochschulen zur Alleinstellung verhelfen. Und was spricht überhaupt gegen ein „Koryphäen-Marketing“?
  1. Differenzierung durch Forschung:
    Regionale Relevanz und globale Grundsätzlichkeit sollte vertiefend diskutiert werden. Steht Forschung nur für Drittmittel-Akquise oder auch für Third Mission-Projekte?
  1. Fachhochschulen und Wirtschaftsförderung:
    Gerade in den „modellierenden Wissenschaften“ wie Design würden sich reichlich weitere Ansätze finden – kostet aber auch Geld. Braucht denn Strukturwandel keine wissenschaftliche Unterstützung?
  1. Synchronisierung der Ausgaben von Bund und Ländern:
    Vielleicht führt das ja zu mehr Effizienz und auch Effektivität der Mittel. Mehr gemeinsame Programmatik und Strategie statt des ewigen Verantwortungs-Geschachers. Oder doch lieber „Weiter wie bisher“?
  1. Verbesserung der Lehre:
    Sehr zu begrüßen, wenn den Studierenden wieder mehr Bildung zuteil wird. Statt repetitivem Lernen mehr forschendes Lehren und Lernen?
  1. Akademischer Mittelbau:
    Wissenschaftliche Qualifizierung und Forschung in der Industrie kann ein prima Duett werden. Oder doch besser „Nesthäkchen“ heranziehen?
  1. Europäische Bildungsgemeinschaft:
    Just do it! Warum immer nur den Konjunktiv pflegen statt tatsächlich „Mut zum Experiment mit kreativen Modellen“ aufbringen?
  1. Dogmatismus an Hochschulen:
    Wissenschaftsfreiheit ist genauso wichtig wie die Luft zum Atmen. Gibt es nicht eine Korrelation zwischen Kreativität und Diversität?
  1. Promotionsrecht:
    Die Gründe, warum den Professoren an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften das Promotionsrecht abgesprochen wird, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Oder hat der Dogmatismus hier „Bestandsschutz“?

Dr. Ulrich Kern ist seit 2002 als Professor für Designmanagement tätig. Er hat in dieser Zeit drei Hochschulen von innen kennengelernt und dabei die Arbeit mit den Studierenden sehr genossen. Beeindruckt hat ihn die Erkenntnis, dass Hochschule ein sehr starkes System ist und manchmal vor Kraft kaum laufen kann.

 

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