Kreative Problemlösungskompetenz für komplexe Projektarbeit

 

Auf der Basis von grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Komplexitätswissen ist Gestaltungskompetenz über einzelne Disziplinen hinaus zu entwickeln und zum vernetzten Problemlösungswissen zu transformieren – bis hin zu Ergebnisqualitäten innovativer Zielsetzung.

Auf der Basis von grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Komplexitätswissen ist Gestaltungskompetenz über einzelne Disziplinen hinaus zu entwickeln und zum vernetzten Problemlösungswissen zu transformieren – bis hin zu Ergebnisqualitäten innovativer Zielsetzung.

Kreativmanagement: „Der will nur spielen!“ so meine (Ulrich Kern) greise Nachbarin zur Aktion ihres Köters (Sorry!), als dieser seine Zähne in meine Knöchel schlug. Gott sei Dank, der Hund hatte aufgrund seines Alters nicht mehr viele davon im Maul. Die Geschichte blieb für mich folgenlos. Aber wie hätte eine solche „Eskalation“ vermieden werden können? Nun, in dem Fall relativ einfach – der Hund hätte an die Leine gehört. Weil die alte Dame aber nur die Beziehung zwischen sich und ihrem „Hausfreund“ betrachtete, kam es zu diesem Zwischenfall. Und weil auch noch mein Fuß am Bein blieb, sah sie auch keine Veranlassung, ihr Verhalten zu ändern. Und die Moral von der Geschichte? Viele, fast alle unserer großen Probleme hätten vermieden werden können, wenn wir gelernt hätten, in großen Radien und weiteren Horizonten zu denken und danach dann zu handeln. Probleme sind nie voraussetzungsfrei und deren Lösungen bleiben auch nie folgenlos! Ich liebe Innovationen! Aber nicht um ihrer selbst willen. Sie müssen Sinn machen! Ich liebe Erneuerer! Aber nicht die in Hauruck-Form! Jedes Unternehmen respektive Volkswirtschaft haben sich zu erneuern. Und dafür müssen sie sich mit ihrer Umwelt vernetzen und müssen sich auf der Zeitachse (Vergangenheit-Zukunft) bewerten. Oder?

Das Curriculum wird als Fraktal verstanden, d.h. das Ganze bildet sich strukturell im Kleinen ab; Selbstähnlichkeit zwischen der komplexen Professionalität im Design und den Lehreinheiten. Ziel ist eine progressive Professionalisierung, die Problemlösungskompetenzen ganzheitlich entwickelt, kreatives Machen und kritisch-strukturiertes Denken zusammenführt.

Das Curriculum wird als Fraktal verstanden, d.h. das Ganze bildet sich strukturell im Kleinen ab; Selbstähnlichkeit zwischen der komplexen Professionalität im Design und den Lehreinheiten. Ziel ist eine progressive Professionalisierung, die Problemlösungskompetenzen ganzheitlich entwickelt, kreatives Machen und kritisch-strukturiertes Denken zusammenführt.

Zur Nachhaltigkeit im Lernen und Lehren
Das Bemühen um nachhaltige Entwicklung setzt strukturierte Problemlösungskompetenz voraus. Diese wiederum konstituiert sich in Auseinandersetzung mit relevanten Problemen und substantiierten Lösungsansätzen. Dabei konditionieren die individuelle Wahrnehmung und der Wertekanon die Sicht auf das Problemszenario. Im Kontext von Gesellschaft und Markt wird der als Problem erkannte Untersuchungsgegenstand analysiert und identifiziert, bevor mit Kompetenz in Planungs- und Umsetzungskonzeption ein Lösungsansatz gefunden wird, der Akzeptanz vom Benutzer und aus der Domäne sichert. Es handelt sich dabei um ein schematisiertes Lösungsszenario, das sich in einem iterativen, systematischen Prozess der Problemidentifikation und Problemlösungssuche konfiguriert. Der gestalterische Transformationsprozess vom Problem zur Lösung vollzieht sich vor einem komplexen Hintergrund, dessen Wechselwirkungen es zu analysieren gilt. In einem Geflecht von Beteiligten (Gesellschaft und Markt, Benutzer und Domäne) entwickelt sich ein Lösungsszenario als iterativer systematischer Prozess. Katalysator auf dem Weg vom Problem zur Lösung ist die gestalterische Problemlösungskompetenz. Die Begriffe der „Relevanz“ und der „Substanz“ sind in dem Zusammenhang herauszuheben. Relevante Probleme sind solche, die z.B. vernetzte Zukunftsfragen in Technik und Wirtschaft fokussieren. Lösungen mit Substanz zeichnen sich durch nachhaltige Wirkung und soziale Verträglichkeit aus. Wichtiges Kompetenzmerkmal ist daher auch der gestalterische Wertekanon.

Problemlösungskompetenz heißt gleichermaßen Wissen und Handeln
Design- und Managementaufgaben sind mehrdimensional – sie brauchen theoretisches Wissen (Abstraktion) und praktischen Austausch (Interaktion), Kenntnis geschichtlicher Entwicklung (Reflexion) und zukunftsgewandte Planung (Innovation). Ohne Kenntnis der Prozeduren der Praxis fehlt dem Handeln im Design die Relevanz. Ohne Kenntnis theoretischer Konzepte fehlt die Zielorientierung. Ohne kritische Analyse der Geschichte fehlt die Verortung der eigenen Position. Ohne prognostische Kompetenz fehlt der Designleistung die Entwicklungsperspektive. Die Dimensionen ergänzen einander im wissenschaftlichen Problemlösungsprozess. Sie wirken in ihren Funktionalitäten zusammen und bilden als integrierte Einheit die Problemlösungskompetenz der angehenden Designer/innen und Manager/innen. Lehrinhalte zielen auf Wissen und Handeln gleichermaßen. Denn gestalterische Problemlösungskompetenz entsteht nicht nur durch Fach- und Methodenwissen, sondern vor allem durch Handlungskompetenz. Zukunftswissen ist eine weitere wichtige Kategorie. Sie befähigt zur Auseinandersetzung mit Trendszenarien und Entwicklungen, um innovative Prozesse anzustoßen. Lehrkonzeptionell ist daher die Heranführung an kanonisiertes Wissen, z.B. in Vorlesungen und Seminaren, genauso wichtig wie die aktive Entwicklung von Methoden-Know-how in Übungen. Handlungs- und Zukunftswissen dagegen erschließen sich in komplexen Projekten, die sich an den Bedingungen der Praxis orientieren. Hier gilt es, die erworbenen Einzelkompetenzen zusammenzubringen und zu gemeinsamer Kreativ- und Innovationsleistung zu integrieren.

Curriculare Integration für gesellschaftliche Transformation
Wenn interdisziplinäres Arbeiten die Verbindung verschiedener Fachrichtungen in einem Prozess bezeichnet, dann geht transdisziplinäres Arbeiten weiter. Es ist nicht nur Addition, sondern Integration. Es meint einen Denkansatz mit gemeinsam entwickelten Begriffen und Methoden. Nur logisch ist dann, dass hochkomplexe Aufgaben und ergebnisoffene Entwicklungsprozesse transdisziplinäres Vorgehen brauchen. Es ist als Paradigmenwechsel zu verstehen. Es setzt dort an, wo die Perspektive der Einzeldisziplinen endet und schafft die visionäre, evolutionäre Systemsicht. In den Studiengängen setzt das transdisziplinäre Arbeiten in den höheren Semestern an. Auf der Basis von grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Komplexitätswissen kann sich Gestaltungskompetenz über einzelne Disziplinen hinausgehen und sich zur vernetzten Problemlösungskompetenz transformieren – bis hin zu autonom entwickelten Innovationen im Graduate-Programm.

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