Lust und Frust als Humus für Gestaltungswillen

 

Design Teaching verbindet theoretisches Wissen mit praktischem Handeln zu einer gestalterisch-wissenschaftlich begründeten integralen Leistung. Die Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisprinzipien, wie Nachprüfbarkeit, Intersubjektivität, Methodik, Transparenz, auf Design ist selbstredend.

Design Teaching verbindet theoretisches Wissen mit praktischem Handeln zu einer gestalterisch-wissenschaftlich begründeten integralen Leistung. Die Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisprinzipien, wie Nachprüfbarkeit, Intersubjektivität, Methodik, Transparenz, auf Design ist selbstredend.

Design Teaching: Die Erkenntnissuche der Wissenschaften kann als zirkulärer Suchprozess verstanden werden, der von Unordnung zur Ordnung strebt. Disparate Reflexion, konstruktive Anarchie, produktives Chaos und funktionale Professionalität bilden die „Rohmasse“, aus der neue Erkenntnisse entstehen – als Philosophie, Forschung, Planung und Praxis. Die dabei sich bildenden Deutungs- und Ordnungsmuster stellen ein temporär gültiges Tableau dar, bis sie wieder durch neue Fragen de- und rekonstruiert werden. Das heißt für die Hochschullehre: Es gibt keine „richtigen“ Axiome und keine „falschen“ Fragen. Gerade interdisziplinäre Lehre und Forschung braucht unorthodoxe Denkweisen und die Bereitschaft zur Selbstkritik und Auflösung – um im produktiven Austausch von Theorie und Praxis den wissenschaftlichen Kreislauf gesellschaftsrelevant zu beschleunigen.

Kreativität ist universale Kraft und Basis der Leistungsfähigkeit von Designmanager/Innen jenseits fachlicher Differenzierungen. Als grundsätzliche Problemlösungskompetenz zeigt sich Kreativität im Prozess und Produkt, im transdisziplinären Projekt und in der interdisziplinären Kollaboration – Struktur des hochschuldidaktischen Konzepts von Design Teaching.

Kreativität ist universale Kraft und Basis der Leistungsfähigkeit von Designmanager/Innen jenseits fachlicher Differenzierungen. Als grundsätzliche Problemlösungskompetenz zeigt sich Kreativität im Prozess und Produkt, im transdisziplinären Projekt und in der interdisziplinären Kollaboration – Struktur des hochschuldidaktischen Konzepts von Design Teaching.

Design diffundiert mehr und mehr
Wissenschaft ist eine Quelle der Freude. Wissenschaft ist eine Quelle von Frust.“ so der Ökonom Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (TU Berlin). Mein (Ulrich Kern) Frust ist der Vorwurf, dass ich ständig neue Inhalte und Begrifflichkeiten in die Welt blasen würde. Das „Etablierte Wissen“ habe sich doch bewährt. Außerdem sind Design Teaching und Design Thinking eh dasselbe. Nein! Design Thinking ist Teil von Design Teaching, einem didaktischen Konzept, das professionelle Persönlichkeit und programmatische Potenzialität gleichermaßen versucht zu entwickeln. Wobei Designer/innen über mehr Kompetenz verfügen, als es für die Gestaltung von Logos oder Leuchten braucht. Das Design hat mehr zu bieten als seine etablierten Leistungen. Design ist eine Perspektive für Verantwortung; Design ist nicht mehr das Privileg einer künstlerischen Domäne. Design diffundiert in viele Wissenschaftsbereiche. Super, geht es am Ende doch um unser aller Zukunft auf diesem Planeten! Ich will mit Design Teaching die Profis akademisch bilden, die eben nicht mit dem „Etablierten Wissen“ Vergangenheit fortschreiben, sondern mit Zukunftswissen den Fortschritt gestalten. O. Edenhofer: „Wissenschaft ist für mich ein Grund, in dieser Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.“ Und das ist der Humus für Gestaltungswillen …

Denkmodelle und Handlungswissen vermitteln
Eine Designlehre und die dazugehörige Designforschung, die um das Thema Kreativität und Innovation oszillieren, stellen eigene Anforderungen an die didaktischen Orientierungen. Hier geht es um Grundfragen der Vermittlung – angefangen beim Verständnis von Designkompetenz im transdisziplinären Prozess über die Bedeutung von innovativem Design für die Gesellschaft bis hin zu Methoden- und Projektkompetenz sowie Kommunikation im Studium gestalterisch-planerischer Optionen. Thematisiert wird auch das Verständnis von Wissenschaftlichkeit und das grundsätzliche Ziel – die Teamfähigkeit und Autonomie der professionellen Persönlichkeit für eine anspruchsvolle berufliche Praxis. Das individuelle Talent der Studierenden wird durch das Zusammenspiel von designwissenschaftlicher Erklärung (Theorie) und situativer Projektarbeit (Praxis) im disziplinen-übergreifenden Konzept optimal gefördert. Durch Motivierung zur (Selbst-)Reflexion sollen die Studierenden zur Verortung ihrer gestalterisch-wissenschaftlichen Haltung im Design anregt werden. Für den Moment des Machens im Kontext von Praxis, der durch Spannungsfelder und Zielkonflikte geprägt ist, soll maximale Handlungsfähigkeit gesichert werden. Auch hier gilt, professioneller Umgang der Studierenden mit Denkmodellen und Handlungswissen in der komplex-anspruchsvollen Designpraxis.

Transformation – die höchste Stufe der Vernetzung
Designwissenschaft setzt sich kritisch und auch vorausschauend mit den Anforderungen an Gestaltungskompetenzen im interdisziplinären Kontext auseinander. So zeigt die Analyse einen Wandel der endogenen und exogenen Faktoren: Zunehmende Differenzierung der gestalterischen Disziplinen bei gleichzeitig steigender Umweltkomplexität. Als Reaktion ist eine Transformation der Gestaltungskompetenz  zu beobachten: Von der gestaltenden Einzeldisziplin zur ganzheitlichen Vernetzung. Transdisziplinäres Vorgehen ist dabei die höchste Stufe der Vernetzung: Es ist nicht nur Addition, sondern Integration in einem übergreifenden Denkansatz mit gemeinsam entwickelten Begriffen und Methoden. Es setzt dort an, wo die Perspektive der Einzeldisziplinen endet und schafft eine visionäre, evolutionäre Systemsicht. Design Teaching als Replik auf diesen Veränderungsprozess.

 

Trennlinie_Seiten