Erhöhter Puls, politische Probleme und Prüfungsstress

Disputationsvortrag von Petra Kern: Auch mit Ü-50 kann der Puls in Prüfungssituationen noch ganz schön hochdrehen. So erging es mir, als ich jetzt meine Dissertation an der TU Berlin „verteidigte“. Weder mein generelles Thema noch der speziell untersuchte Gegenstand waren dazu angetan, meine Nerven zu beruhigen. Ist doch die „Employability“ von Hochschulbildung hochpolitisch und die Designdomäne in der Kreativwirtschaft ein brisanter Anwendungsbereich. Warum? Na, immerhin prallen bei der Employability-Forderung das traditionelle Verständnis von Wissenschaftsfreiheit und ein Verwertungsinteresse von Hochschulbildung aufeinander. Und im Designsektor sieht es nicht harmonischer aus. Die enorm prosperierende Kreativwirtschaft erntet Wertschöpfung über die Vielfaltsproduktion der vielen mickrig verdienenden und kaum sozial abgesicherten, aber hochehrgeizigen Kreativen (die Mehrheit weiblich!). Eine mehrfach verwickelte Problemlage, der ich in meiner Arbeit auf den Grund gegangen bin und für die ich Perspektiven zu entwickeln versuchte, jedenfalls für designwissenschaftliche Studiengänge. Meine Disputation endete übrigens erfreulich, auch dank meiner konstruktiv-kritischen Gutachterinnen. Geschafft und der Puls ist wieder im Normalzustand!

Kennzeichen der Designwirtschaft im Spannungsfeld zwischen individueller Prekarisierung und volkswirtschaftlichem Nutzen
Kennzeichen der Designwirtschaft im Spannungsfeld zwischen individueller Prekarisierung und volkswirtschaftlichem Nutzen