Designmanagement – Die Kompetenzen der Kreativen

 

Den Designern gibt´s der Herr im Schlaf …?

Kunst und Kommerz - Fürs Design nicht eine Frage des "Entweder-Oder", sondern eine Frage der Professionalität. Und professionell ist der, der den Nutzen seiner Leistung für andere sieht und auch daran partizipiert...

Kunst und Kommerz – Fürs Design nicht eine Frage des „Entweder-Oder“, sondern eine Frage der Professionalität. Und professionell ist der, der den Nutzen seiner Leistung für andere sieht und auch daran partizipiert…

Presse-Veröffentlichungen über Lehrveranstaltungen zum „Training zur Berufsbefähigung“ seit 2002: Schön wär´s ja, aber auf einen Extrakick von ganz oben für die Karriere sollte sich kein Kreativer verlassen. Sowohl künstlerische Klasse, als auch kaufmännisches Können müssen erarbeitet werden. Und idealerweise fängt das im Studium an, findet Prof. Dr. Ulrich Kern und hat sein Lehrkonzept auf doppelte Kompetenz-Entwicklung ausgerichtet: auf gestalterische Professionalität und unternehmerische Qualifikation.

Denn Kunst und Kommerz gehören in seinen Augen zusammen. Weder trägt die Kunst einen Heiligenschein, noch ist Kommerz ein Sündenpfuhl. Hier treffen nicht Antagonisten aufeinander, sondern Alliierte.

Eines nach dem anderen – Phasenmodell einer Existenzgründung

Eines nach dem anderen – Phasenmodell einer Existenzgründung

Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die prominenten Designer/innen in der Regel auch die Kreativen mit den besten Einkommen sind. Sie haben aus ihrem Berufsideal einen idealen Beruf gemacht. Und genau das sollte der studentische Nachwuchs im Design auch erwarten dürfen: Lernen, wie ein „auskömmliches Einkommen“ entsteht. Eigentlich ein Muss für jeden Design-Profi in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Schließlich ist diese durch einen hohen Anteil an Freiberuflern und Selbstständigen geprägt. Wie sieht eine Lehre aus, die gestalterische Profis mit Unternehmergeist fördert? Konkrete Beispiele aus der Lehre bei Prof. Kern seit 2002: Da gab es ein Projekt „Sommerlang“ an der Hochschule Trier. Ein studentisches Team lernte, wie ein stationärer Vertrieb für Schmuck mit Ausstellung und Verkauf zu planen und zu realisieren ist.

Was kann ich? Was habe ich? Was will ich? Phasenentwicklung eines Geschäftsmodells

Was kann ich? Was habe ich? Was will ich? Phasenentwicklung eines Geschäftsmodells

Das Konzept „Übungsfirma“ trainierte Akquisition und Angebot, Auftrag und Abrechnung eines typischen Design-Projekts. Weiter ging es mit einer studentischen Unternehmensberatung an der HAWK Hildesheim. Master-Studierende übten sich als Unternehmensberater und begleiteten die Fusion zweier Museen mit Analysen und Konzepten. Eine weitere Zusammenarbeit erfolgte mit der Wirtschaftsförderung Hildesheim. Bachelor-Studierende entwickelten das Aktionsprogramm „IDEAS – Innovative Design: Engineering, Art, Science“ mit konkret ausgearbeiteten Geschäftsideen. Und wie man einen Anbieter von regionalen Lebensmitteln zu einem wettbewerbsfähigen Marktteilnehmer profiliert, demonstrierten rund 70 Studierende in einem konzertierten Projekt mit vier betreuenden Professoren. Merchandising hieß dann ein weiteres Thema: Für die Hildesheim Marketing GmbH entwickelten Studierende eine Merchandising-Kollektion Hildesheimer Souvenirs. Ein „Schmankerl“ am Rande: Die Öffentlichkeit konnte über ihren Favoriten für die Produktion abstimmen. An der FH Südwestfalen entstand ein weiteres Lernprojekt: Hier wurden für die geplante Konversion der Soester „Adam-Kaserne“ verschiedene Geschäftsmodelle mit Business Plan entwickelt. Ein Gründerzentrum der Kreativwirtschaft sollte entstehen, so der Plan der Wirtschaftsförderung Soest.

Den Fisch langsam an Land ziehen – Prozessschritte vom Angebot zur Akquisition

Den Fisch langsam an Land ziehen – Prozessschritte vom Angebot zur Akquisition

So unterschiedlich das Berufstraining ist, das Lehrkonzept hat seine Konstanten. So erhalten die Studierenden immer eingangs einen umfassenden inhaltlichen und methodischen Input – erst die Theorie, dann das Training. Dabei werden sowohl die Spezifika der gestalterischen Aufgabe als auch des ökonomischen Kontexts vermittelt. Auf einer solcherart fundierten Wissensbasis starten die Studierenden ihren Lern- und Entwicklungsprozess. Ihre jeweiligen Fortschritte präsentieren und diskutieren sie in professionell vorbereiteten Arbeitsbesprechungen. Im ständigen Austausch mit Teamkollegen, Vertretern des „Kunden“ und dem Lehrenden entstehen Coaching-Effekte, Wissenszuwachs und Handlungskompetenz. Die individuellen Potenziale entfalten sich – im Entwurf und Management gleichzeitig. Kunst und Kommerz in konstruktiver Kooperation!

Download Presse „Designprojekt mit Zukunft“ _ U.J.S. 9-2002

Download Presse „Gestaltung braucht unternehmerische Kompetenz“ _ Interview von Ursel Haggeney mit Ulrich Kern _ U.J.S 1-2003

Download Presse „Erste Schritte in die Welt der Designer“ _ Nahe-Zeitung 1-9-2003

Download Presse „Superzeichen trifft Matheformel“ _ Hildesheimer Allgemeine Zeitung 7-2-2009

Download Presse „Wenn aus Spiel Ernst wird“ _ Hildesheimer Allgemeine Zeitung 14-8-2009

Download Presse „Studenten entwickeln Werbe-Ideen für Region“ _ Leine-Deister-Zeitung 15-2-2010

Download Presse „Hildesheim auf dem Frühstückstisch“ _ Hildesheimer Allgemeine Zeitung 13-11-2010

Download Leistungsdokumentation „Strategieentwicklung als kreatives Spiel – My Vision, my Job, my Company“ SS 2009 _ HAWK Hildesheim

Download Leistungsdokumentation „Business Plan für ein Start-up-Unternehmen als Teil eines kreativen Gründerzentrums“ SS2012 _ FH Südwestfalen

 

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Wie junge Kreative fit werden für Markt und Wettbewerb

Buchpublikation: Kreative Ideen sind schön und gut. Aber wie werden Einfälle zu Einkommen? Das ist die Leitfrage des Buches „Designmanagement – die Kompetenzen der Kreativen“ (Olms Verlag, Hildesheim; Oktober 2005). Die Verfasser Ulrich Kern und Petra Kern wenden sich an Studienanwärter, Studierende und junge Profis im Design. Ihnen zeigen sie einen Weg auf, fit zu werden mit doppelter Kompetenz – als Gestalter/in und als Manager/in.

Designmanagement Die Kompetenzen der Kreativen_2005_TitelblattPraktische Fallbeispiele geben neben theoretischen Erläuterungen ganz konkrete Hinweise: Wie kann ein Kommunikationsdesigner Printobjekte erzeugen, die in der Menge auffallen? Wie kann ein Produktdesigner Kreativprozesse des Kunden moderieren und Innovation unterstützen? Wie baut sich eine Innenarchitektin erfolgreich ihr Geschäft als Freelancerin auf? Und wie setzt sich eine Schmuckdesignerin mit ihrem Angebot gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern durch?

Der berufliche Alltag von Designern ganz unterschiedlicher Spezialisierung gibt Aufschluss. Ob in der Produktgestaltung, Kommunikation, Mode, Schmuck oder Innenarchitektur – im Design steckt mehr drin als nur Gestaltung. Es ist immer auch Management. Und je professioneller Designer ihr Geschäft beherrschen, um so größer ist ihr Erfolg als gestalterische Profis. Welche Kompetenzen Kreative hierfür brauchen, wird ausführlich erläutert: von der gestalterischen Kompetenz in Konzept und Entwurf bis zur unternehmerischen Leistung in Auftragsakquisition und Wettbewerbsexposition.

Mehr als eine Karriere steht Designern offen. Das zeigt die Untersuchung verschiedener Kategorien von Designbüros: vom hochspezialisierten Nischenanbieter über den breit qualifizierten Allrounder bis zum angestellten Designer und dem prominenten Top-Gestalter. Der Blick über die Schulter von Kreativen macht deutlich, wie unterschiedlich Kompetenzprofile im Design sind. Bei allen Unterschieden aber in Größe, Arbeitssituation und Marktposition gibt es einen gemeinsamen Nenner aller Kreativen: das stets erforderliche Doppel aus gestalterischer Professionalität und unternehmerischer Qualifikation.

Die praktischen Ratschläge greifen dabei immer wieder auf eine Theorie der Professionalität zurück. Damit plädieren die Autoren für eine verbesserte Designausbildung. Zu oft noch werden Gestalter ausgebildet, die von Wirtschaft und Markt keinerlei Ahnung haben. Die Verfasser, die selbst aus der Lehre und der kreativen Praxis stammen, setzen sich für ein Designmanagement als integriertes Ausbildungskonzept ein. Es soll Studierende mit Unternehmen und Hochschulen mit der Wirtschaft enger als bisher vernetzen. Das Ziel: Neue Zukunftschancen in einer kreativen „Zugewinngemeinschaft“.

 

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