Buchbeiträge und Fachartikel

 

Wissenschaftsmarketing – 6 Thesen zur Digitalisierung

Unser Gastbeitrag im Blog des HFD formuliert sechs Thesen zur Transformation der Hochschullehre durch den Einsatz digitaler Tools.

Unser Gastbeitrag im Blog des HFD formuliert sechs Thesen zur Transformation der Hochschullehre durch den Einsatz digitaler Tools.

Fachartikel: Die Digitalisierung von Hochschulen ist eine drängende Herausforderung, die konzertierter Aktivitäten bedarf. Namhafte Wissenschaftsförderer haben sich zum „Hochschulforum Digitalisierung“ (HFD) verbunden, um die digitale Innovierung voranzubringen. Hierzu einen Beitrag zu leisten war uns – Petra Kern, Julian Unzner und Ulrich Kern – eine besondere Freude. Im Blog des Kompetenzzentrums HFD ist unser Artikel „Digitale Tools zur Transformation der Hochschullehre“ nachzulesen. In sechs Thesen haben wir unsere Erkenntnisse für Design und Digitalisierung, Theorie und Transformation, Tun und Tools sowie Lernen und Lehre zusammengefasst. Der wissenschaftlichen Auswertung war ein sportliches „Just do it“ vorausgegangen. Über mehrere Semester waren digitale Tools in der Lehre zum Einsatz gekommen. Parallel hierzu haben wir sie konzeptionell-methodisch vorbereitet und in ihrer Wirkung analysiert. Die positive studentische Resonanz aus dieser „Versuchsreihe“ bestärkte uns darin, die Erkenntnisse für die didaktische Konzeption der Lehrformate zu resümieren und zur Diskussion zu stellen. Dass sich mit dem „Hochschulforum Digitalisierung“ eine namhafte Plattform für die Veröffentlichung ergab, erfüllt uns mit Zuversicht. Die Tatsache, dass sich renommierte Institutionen wie der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, das CHE Centrum für Hochschulentwicklung und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für den digitalen Wandel in der Hochschullehre gemeinsam engagieren, lässt auf einen engeren Austausch zwischen Wissenschaft(en) und Gesellschaft hoffen – als Zeichen eines gelingenden Wissenschaftsmarketings.

 

Das Hochschulforum Digitalisierung ist eine Initiative von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Hochschulrek-torenkonferenz. Es unterstützt Hochschulen beim digitalen Wandel. Eine Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Hochschulforum Digitalisierung ist eine Initiative von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Hochschulrek-torenkonferenz. Es unterstützt Hochschulen beim digitalen Wandel. Eine Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

 

Trennlinie_Seiten

 

Designphilosophie – Gedenken an die Zukunft

Die Zukunft des Design - Welche Richtung wird sie gehen? Oder wird doch erst einmal geparkt und abgewartet? Wir werden es erleben...

Die Zukunft des Design – Welche Richtung wird sie gehen? Oder wird doch erst einmal geparkt und abgewartet? Wir werden es erleben…

Fachartikel: „Die Zukunft ist nicht von gestern … aber vielleicht eines Tages die Designer/innen?“ Mit diesem Beitrag haben die Verfasser, Petra Kern und Ulrich Kern, ein Memorandum verfasst. Eine Denkschrift für eine Disziplin, die ihre große Zeit vor sich hat, aber künftig ohne die bisherigen Akteure auskommen wird. Erschienen ist der Beitrag in „Öffnungszeiten. Papiere zur Designwissenschaft“, 30/2016.

Öffnungszeiten 30-2016: Mit Beiträgen von Holger van den Boom, Jacob Jacobs, Niethard Janken, Felix Kaiser, Petra Kern, Ulrich Kern, Peter Kolbe, Claudia Prokop, Mario Prokop, Felicia Romero-Tejedor und Klaus Schwarzfischer. Hg. Präsidentin der FH Lübeck.

Öffnungszeiten 30-2016: Mit Beiträgen von Holger van den Boom, Jacob Jacobs, Niethard Janken, Felix Kaiser, Petra Kern, Ulrich Kern, Peter Kolbe, Claudia Prokop, Mario Prokop, Felicia Romero-Tejedor und Klaus Schwarzfischer. Hg. Präsidentin der FH Lübeck.

Design ohne Designer und Designerinnen? Geht das überhaupt? Warum denn eigentlich nicht? Demnächst fahren unsere Autos doch auch ohne Fahrer. Broker im Finanzsektor werden durch intelligente Algorithmen abgelöst. Und wer weiß denn schon wirklich, was Autodesk & Co. in ihren Software-Laboren entwickeln?! Was auf der einen Seite als Folge der Digitalisierung für die Gestaltung gesehen werden kann, stellt sich auf der anderen Seite als ein sich völlig veränderndes Verständnis von Design dar. Sehr deutlich wird dies, wenn man bei den Jobbörsen wie Stepstone oder Monster den Begriff „Design“ als Stichwort eingibt. Unglaublich viele dieser Job-Angebote wenden sich an Mitarbeiter mit technisch-planerischen Kompetenzen in den unterschiedlichsten Branchen, die höchstens ganz am Rande mit Aufgaben einer künstlerisch-ästhetischen Gestaltung zu tun haben. Dieser „Zangengriff“ zwischen den realwirtschaftlichen Phänomenen stellt die Designwissenschaften vor eine Herausforderung: Den Prozess des Entwerfens und das Phänomen Design in Zukunft neu zu bewerten.

Der Wissenschaftskreislauf im Design – Probates Mittel zur Neu-Orientierung der Curricula im Design und zur Orientierung in den Designwissenschaften.

Der Wissenschaftskreislauf im Design – Probates Mittel zur Neu-Orientierung der Curricula im Design und zur Orientierung in den Designwissenschaften.

Wissenschaftskreislauf und seine un/ordentlichen Entwicklungstreiber
In dem Artikel „Die Zukunft ist nicht von gestern … aber vielleicht eines Tages die Designer/innen?“ stellen wir die professionelle Perspektive zur Diskussion. Es werden Asymmetrien deutlich, so etwa als Verlust der Deutungshoheit, wenn ein betriebswirtschaftliches Institut die Kongruenz zwischen Produktdesign und dem Selbstkonzept der Konsumenten erforscht – ohne die entsprechenden Arbeiten im Design selbst zur Kenntnis zu nehmen. Ebenso zeigt sich ein Mangel an Gestaltungswillen, wenn ein Konzept wie Design Thinking von Unternehmensberatern professionalisiert und in seiner disziplinären Heimat dagegen marginalisiert wird. Dabei könnte doch heute das Genuine des Designs – statt endgültig in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden – , gerade in voller Wirksamkeit sichtbar werden. Hierfür müsste allerdings die Aufgabe der Designlehre in den Hochschulen stärker als bewusste Mitgestaltung an der Transformation des Designs in die Zukunft verstanden werden. Ein konkreter Rückbezug ergibt sich zu der Entwicklung der Curricula von Designstudiengängen. Ein Denkwerkzeug hierfür bietet der Wissenschaftskreislauf (Maser, 1995) und eine Auseinandersetzung mit seinen „un/ordentlichen Entwicklungstreibern“ (Kern, 2011). Daraus ließen sich Ansätze für ein singuläres Profil und ein vernehmbares Credo gegenüber anderen Wissenschaften gewinnen. Untermauert wird diese These im Beitrag der Autoren mit Beispielen für jedes „Viertel-Segment“ im Wissenschaftskreislauf aus der eigenen Lehre mit Design-Studierenden.

Schlusspunkt der Debatte – oder gerade erst der Auftakt?
Erschienen ist der Beitrag von Petra Kern und Ulrich Kern in „Öffnungszeiten – Papiere zur Designwissenschaft 30/2016“, herausgegeben von der Präsidentin der Fachhochschule Lübeck. Die Zeitschrift stand stets unter wechselnden Schwerpunkthemen, diesmal lautete es „Design ist die Zukunft – aber auch der Designer?“. Für das Konzept zeichnet das Redaktionsmitglied Prof. Dr. Felicidad Romero-Tejedor seit 1996 verantwortlich. Erschienen sind in diesen 20 Jahren 30 Ausgaben, die den designwissenschaftlichen Diskurs in Lehre und Forschung belebt und vorangebracht haben. Offenbar Grund genug für die Protagonisten zu sagen: „Die Arbeit von Öffnungszeiten ist getan.“ Damit liegt jetzt die letzte Ausgabe der „Papiere zur Designwissenschaft“ vor. Eine letzte Ausgabe, die offenbar mit einer wohl überlegten Provokation endet, indem ein Fragezeichen hinter die künftige Notwendigkeit der Designer/innen gesetzt wird.

Design-Kompetenzen sind zu profilieren und „programmatisieren“
Gerade diese Trennung zwischen Design als Phänomen und Design als Profession stellt möglicherweise eine (historische?) Gabelung dar – und eröffnet den Designwissenschaftlern an den Hochschulen ein weites Arbeitsgebiet. Und zwar dergestalt, dass einerseits die Alleinstellung der professionellen Kompetenz zu profilieren und andererseits die kompetitive Qualität in der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen programmatisch zu erarbeiten ist. Der Radius der Design/er-Kompetenzen muss curricular viel weiter gezogen werden. Vom gestalterischen Entwurf zum (Mit-)Entwerfen einer transformierenden Gesellschaft, deren Postulate in Zukunft möglicherweise Effectuation und Experimente heißen. Ihr Editorial beschließt Felicidad Romero-Tejedor mit dem Eindruck „es sei alles gesagt worden.“ Dann könnten doch jetzt die Taten folgen: Das Design ist tot, es lebe das Design?! Und Handeln fängt bekanntlich mit Denken an, was durchaus nicht komfortabel, aber notwendig ist. Der Designklassiker „Thinking Man’s Chair“, entworfen von Jasper Morrison, hat andere Qualitäten als bequem zu sein.

Dank an dieser Stelle der Kollegin Felicidad Romero-Tejedor für Ihre Arbeit an den „Öffnungszeiten“. Wir, Petra und Ulrich Kern fühlen uns geehrt, in der letzten Ausgabe mit einem Beitrag vertreten zu sein.

Link PDF-View und Printbestellung „Öffnungszeiten 30/2016“ Kassel university press

Link Designlabor der FH Lübeck

 

Trennlinie_Seiten

 

Biomemo 2 – die DDR und ihre Designförderung

„Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR“: Ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt

„Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR“: Ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt

„Berührungspunkte zum AIF und zu Martin Kelm – Persönliche Lehren für Wissen und Werte, Design und Demut“. Buchbeitrag in: Christian Wölfel, Sylvia Wölfel, Jens Krzywinski (Hg.): Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR. Dresden 2014: Ob man es nun für gut heißt oder auch nicht – das damalige Amt für industrielle Formgestaltung (AIF) der ehemaligen DDR hat mit Martin Kelm auch ein Stück deutscher Designgeschichte geschrieben. Und man muss weder verklären noch verschweigen, was in Ost-Berlin zur Designförderung geleistet wurde. Es hat stattgefunden und es hat Spuren hinterlassen. Grund genug für die Herausgeber, Jens Krzywinski, Christian und Sylvia Wölfel, das Wirken des heute 84-jährigen Dr. Martin Kelm zu beleuchten. Entstanden ist dabei ein 247-seitiges Buch, das ein Dokument mit zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Designförderung in Deutschland darstellt. Mit Beiträgen von Martin Kelm, den Herausgebern, Anne Sudrow, Peter Altmann, Winfried Klemmt, Rolf Roeder, Peter Frank, Margareta Tillberg und Ulrich Kern.

Ästhetik und Ethik – nicht nur phonetische Ähnlichkeit
Der Beitrag von Ulrich Kern ist eine biografische Erinnerung an einen Zeitraum von fast 20 Jahren, der am Baggersee in Salzgitter beginnt und am Bauhaus in Dessau endet. Der Autor stellt Kelms Publikation „Produktgestaltung im Sozialismus“ (1971) in den Kontext von Haugs „Kritik der Warenästhetik“ und Selles „Ideologie und Utopie des Design“ (1973) bis hin zu Bürdeks „Einführung in die Designmethodologie“ (1975). Inhaltlich wird die Beziehung von Kelms Begriff der „Gebrauchswertkostenanalyse“ zum Konzept des „Foot Print“ gespannt. Das von Kern als damaligem Leiter den Design-Zentrums NRW gemanagte Projekt „Design – Vorausdenken für den Menschen“ (Bundesministerium für Innerdeutsche Beziehungen, 1984) in Ost-Berlin zeigte unter anderem die große Schnittmenge im deutsch-deutschen Designverständnis, die da „Verantwortung“ hieß – Ästhetik und Ethik haben eben nicht nur eine phonetische Ähnlichkeit.

„Design-Management“ – Herausgeber war 1990 das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen mit Beiträgen verschiedener Autoren

„Design-Management“ – Herausgeber war 1990 das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen mit Beiträgen verschiedener Autoren

Symposium im Dessauer Bauhaus
Ein weiterer Berührungspunkt zu Kelms AIF war der Auftrag des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie, eine Designausstellung mit Symposium im Dessauer Bauhaus (1990) zu veranstalten. Zum Symposium erschien die Publikation „Design-Management“ mit Beiträgen verschiedener Autoren (z.B. Elke Trappschuh, Rudolf Schönwandt, Siegfried Gronert) zum Wettbewerbsinstrument Design. So auch das Interview (von Dr. Annette Musiolek) „Programme statt Produkte“ mit Dr. Michael Blank, dem damaligen Leiter des Ost-Berliner Designzentrums Neue Industriekultur, und Ulrich Kern als Pendant im Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen. Industriekultur sucht die Spuren der eigenen gesellschaftlichen Identität, um Spuren zur Nachhaltigkeit dieser Identität den heutigen Protagonisten zu hinterlassen.

Download Buchbeitrag „Programme statt Produkte“ – Interview von Dr. Annette Musiolek mit Dr. Michael Blank und Ulrich Kern

Link Website „Design – Vorausdenken für den Menschen“

 

Trennlinie_Seiten

 

 

Von der Defensive zur Offensive: Design als integriertes Modell der Unternehmensführung

Design - Kosten und Nutzen

Design – Kosten und Nutzen

Buchbeitrag in: Linke, Kranke, Wölfel, Krzywinski & Drechsel (Hg.): Design – Kosten und Nutzen. Dresden 2010: Kosten und Nutzen von Design – eine ganze Bandbreite an Themen eröffnet diese Headline. Entsprechend vielschichtig sind die Buchbeiträge in der gleichnamigen Publikation, die ergänzend zum Symposium „Technisches Design“ der Uni Dresden in 2010 erschien.
In seinem Buchbeitrag widmet sich Ulrich Kern, der auch Keynote-Speaker der Veranstaltung war, dem schillernden Begriff des Werts im Zusammenhang mit Design. Seine Analyse führt zu einer Differenzierung zwischen Wertschöpfung, Wertschätzung und Wertsetzung, die jeweils spezifisch nach den Perspektiven des Designproduzenten, des Designrezipienten und der Gesellschaft als generelle Kontext-Größe entschlüsselt werden. Eine Relation von Kosten und Nutzen im Design zeigt sich, die nicht nur monetär und funktional zu interpretieren ist, sondern auch immateriell, psychologisch, emotional und sozial. Ansatzpunkte für Erkenntnisse und Handlungsorientierung zeigt der Verfasser beispielhaft für Design als künftige „Disziplin der Werte“ auf. Gleichzeitig macht er Forschungsbedarf mit erheblicher Zukunftsrelevanz aus, insbesondere im Verhältnis zu einer Ökonomie, die den Mehrwert der zunehmenden Ästhetisierung schon längst erkannt hat und für sich nutzt. Der Beitrag endet mit einem Plädoyer für ein Design als integriertes Modell der Unternehmensführung. Auf dieser Basis sieht der Verfasser Chancen für die Designdisziplin, aus der Defensive zu kommen und zum Motor kreativer Prozesse und innovativer Leistungsfähigkeit zu werden.

Designwissenschaften - ein "Design der Werte" impliziert eine Position der Verantwortung und nicht der Neutralität! Design "machen" heißt Wertschöpfung, Wertschätzung und Wertsetzung.

Designwissenschaften – ein „Design der Werte“ impliziert eine Position der Verantwortung und nicht der Neutralität! Design „machen“ heißt Wertschöpfung, Wertschätzung und Wertsetzung.

Link Website „Von der Defensive zur Offensive“

Download Buchbeitrag „Von der Defensive zur Offensive: Design als integriertes Modell der Unternehmensführung“

Genaue bibliographische Angaben:

Linke, Kranke, Wölfel, Krzywinski & Drechsel (Hrsg.): Design – Kosten und Nutzen. Dresden: TUDpress Verlag der Wissenschaften 2010. 205 × 150 mm, 309 Seiten.

 

Trennlinie_Seiten