Kompetenz: Designwissenschaften

 

 

Emotional Design – Denkmodelle als „Kopfkino“ im Planungsprozess

In dem Denkmodell des Emotional Design interagieren die drei Ebenen. So entsteht ein Wechselspiel aus einer affektiven und einer kognitiven Komponente – Grundlage für eine begründete und bewusste Emotion.

In dem Denkmodell des Emotional Design interagieren die drei Ebenen. So entsteht ein Wechselspiel aus einer affektiven und einer kognitiven Komponente – Grundlage für eine begründete und bewusste Emotion.

Designwissenschaften: Haben die spontane Begeisterung für ein Produkt und die reflektierte Entscheidung für umweltbewussten Konsum etwas gemeinsam? Nein, würden wohl die meisten sagen. Hier Gefühl und dort Kopf. Ganz anders!, sagt die Kognitionswissenschaft. Beides gehört zusammen – nur auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen. Emotional Design (nach Donald A. Norman, 2005) heißt das Denkmodell, das die komplexen Prozesse der menschlichen Wahrnehmung  und deren Bedeutung für Design analysiert. Grund genug, es angehenden Designmanager/innen vorzustellen, befand Ulrich Kern. In dem Reader Emotional Design, der unter Mitarbeit von Petra Kern entstand, wird erläutert, warum manche Produkte geliebt, andere gehasst und wieder andere schlichtweg ignoriert werden. Für Manager/innen, die auf Produktkonzepte Einfluss nehmen, stehen Fragen dieser Art schließlich ganz oben auf der Agenda.

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Denkmodelle für Biographien im Redesign – 4 Thesen

Denkmodelle schaffen den Link zwischen gesellschaftlich relevanten Marktveränderungen und dem notwendigen Management der Handlungsfähigkeit – pragmatisch, flexibel und ressourcenschonend.

Denkmodelle schaffen den Link zwischen gesellschaftlich relevanten Marktveränderungen und dem notwendigen Management der Handlungsfähigkeit – pragmatisch, flexibel und ressourcenschonend.

Designwissenschaften: Ganz langsam kommt der demographische Wandel im gesellschaftlichen Bewusstsein an. So macht etwa eine ungewohnte Bild-Ästhetik des Alters auf das Phänomen aufmerksam. Sie bringt das neue Selbstbewusstsein der Menschen im Herbst ihres Lebens zum Ausdruck. Das mag versöhnlich wirken, täuscht aber nicht über den virulenten Konflikt zwischen den Generationen hinweg, wenn nämlich die einen immer mehr in die Rentenkassen einzahlen müssen und die anderen trotzdem immer weniger herausbekommen. Der Vortrag „Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft“ von Ulrich Kern (Mitarbeit Petra Kern) widmete sich der komplexen Problemlage, die letztlich jede/n betrifft, und stellte hierzu vier Thesen auf.

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Vortrag – Demografie und Produktentwicklung

Die Jahrestagung 2018 von pro-K mit spannenden Themen und interessanten Referenten zu aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft.

Die Jahrestagung 2018 von pro-K mit spannenden Themen und interessanten Referenten zu aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft.

Designwissenschaften: Der Jüngste der Truppe zählte seinerzeit 68 Jahre. Charly, der Älteste, war 74 Jahre alt. Und Frontmann Mick ist Jahrgang 1943, also auch schon 72 Jahre. Diese „Senioren“ rockten rund eine halbe Million Menschen während ihres Konzerts 2016 auf Kuba. Die Rolling Stones, international erfolgreiche Rocker seit Anfang der 1960er Jahre, versprühten eine Energie und eine Lebenslust in ihrem Auftritt, an deren Feuer sich ganze Generationen vonn Kreativen „wärmen“ können. Zeit, das Vorurteil über „alte“ Menschen – bedürfnislos, schlapp und klapprig – einmal zu hinterfragen. In seinem Vortrag auf der pro-K Jahrestagung des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. wird Prof. Dr. Ulrich Kern (Mitarbeit Petra Kern) eine neue Sicht auf Menschen jenseits der 60 vorstellen. Die Tagung findet am 27. und 28. Juni 2018 in Berlin statt.

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Digitalisierung im Design – 4 Thesen und 4 Postulate

Die Aktionsfelder von Hochschulen lassen sich in vier Bereiche unterteilen. Mit vier Thesen und vier Postulaten erläutern wir in unserem Beitrag, wie sich die Designdisziplin an Hochschulen in digital transformierten Zeiten erneuern könnte.

Die Aktionsfelder von Hochschulen lassen sich in vier Bereiche unterteilen. Mit vier Thesen und vier Postulaten erläutern wir in unserem Beitrag, wie sich die Designdisziplin an Hochschulen in digital transformierten Zeiten erneuern könnte.

Designwissenschaften: Die Digitalisierung stellt die Uhr auf Null – in jeder Branche und in jeder Disziplin. Dieses Fazit liegt nahe, wenn man die „Hildesheimer IT- und Medientage“ zum Dachthema „Digital / Analogue“ besucht hat. Die Referenten aus den verschiedensten Sektoren, von der Architektur bis zur Zeitungsbranche, berichteten, wie die digitale Transformation die Zeichen auf Neuanfang stellt. Für das Design hatten wir – Petra Kern und Ulrich Kern– die Gelegenheit, einen Einblick in das Themenfeld der Digitalisierung zu geben. Im Folgenden sind unsere Thesen und Postulate in aller Kürze nachzulesen.

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Berufsfeldforschung – im toten Winkel des Designs?

Employability-orientierte Studiengängen sind durch eine Korrespondenz zwischen Berufsfeld-Dynamik und curricularer Entwicklung geprägt. Motivation ist der gesellschaftlich relevante und legitime Anspruch auf eine Hochschulbildung mit beruflicher Wirksamkeit.

Employability-orientierte Studiengängen sind durch eine Korrespondenz zwischen Berufsfeld-Dynamik und curricularer Entwicklung geprägt. Motivation ist der gesellschaftlich relevante und legitime Anspruch auf eine Hochschulbildung mit beruflicher Wirksamkeit.

Designwissenschaften: Die Kreativwirtschaft ist beschäftigungsintensiv. Das ist statistisch belegt. Die Kreativwirtschaft erzielt eine hohe Wertschöpfung. Auch das ist belegt. Aber wie sieht der Berufsmarkt für junge Kreative – speziell für Designer/innen – aus? Hier wird es dünn, was wissenschaftliche Erkenntnisse angeht. Grund genug, das Thema aus der Nähe zu betrachten, findet Petra Kern. Warum sich auch die Designwissenschaft dringend für die berufliche Qualifizierung ihres akademischen Nachwuchses interessieren sollte, behandelt der folgende Beitrag.

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Digitalisierung und Design – die Zukunft als Traum(a)?

Der Wissenschaftskreislauf im Design spiegelt modellhaft die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die professionelle Designanwendung und die Designwissenschaften. Hier ist die Zukunftskompetenz einer ganzen Disziplin gefragt!

Der Wissenschaftskreislauf im Design spiegelt modellhaft die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die professionelle Designanwendung und die Designwissenschaften. Hier ist die Zukunftskompetenz einer ganzen Disziplin gefragt!

Designwissenschaften: Die Digitalisierung stellt viele Disziplinen auf die Bewährungsprobe – auch das Design. Schafft es den Bedeutungswandel von der plakativ sichtbaren zur prozessualen Gestaltungskraft? Welche Rolle kommt dem Management eines solchen Wandels zu? Und welche den Designwissenschaften? Mit diesen Fragen befasste sich Petra Kern in ihrem Vortrag, den sie auf Einladung der Macromedia University of Applied Sciences am Campus Freiburg hielt. Gefragt war nach den Herausforderungen und Zukunftschancen für Designmanagement unter den Bedingungen digitaler Transformation. Der folgende Beitrag resümiert die zentralen Aussagen des Vortrags.

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Trend Interdisziplinarität – Crossover der Wissenschaften?

Design als „Interdisziplin“ verlinkt sich mit den Erkenntnisweisen komplementärer Disziplinen und schafft so Allianzen, gemeinsame Untersuchungsfelder und Aktionsräume – mit dem Fokus auf eine normativ antizipierte Zukunft.

Design als „Interdisziplin“ verlinkt sich mit den Erkenntnisweisen komplementärer Disziplinen und schafft so Allianzen, gemeinsame Untersuchungsfelder und Aktionsräume – mit dem Fokus auf eine normativ antizipierte Zukunft.

Designwissenschaften: Dass es interdisziplinäres Denken, Lernen und Arbeiten gibt, wird allgemein konstatiert. Dass es im Zeitalter der global vernetzten Probleme eigentlich eine drängende Lösungskompetenz darstellt, ist auch Konsens. Wie sich aber das interdisziplinäre Handeln vollzieht und wie es in der Hochschule wirksam zu implementieren ist, ist größtenteils noch nicht erforscht. Der folgende Beitrag untersucht das Interdisziplinäre mit dem Fokus auf das Design – möglicherweise bereits der Prototyp einer „Interdisziplin“, wie wir – Petra Kern und Ulrich Kern – denken. Über 19.000 Studiengänge listet der Hochschulkompass derzeit. Er weist eine von Jahr zu Jahr wachsende Zahl aus. Kritik daran wird laut, so z.B. dass das Wissensangebot immer kleinteiliger werde, statt das große Ganze in den Blick zu nehmen (s. Zeit vom 26.10.2017: „Wer braucht Designpädagogen?“). Dem gegenüberstellen lässt sich aber ein gegensätzlicher Befund. Viele der neuen Studienangebote werden nicht kleinteiliger, sondern querschnittlicher. Sie denken Konzepte über Disziplinen hinweg in die generalistische Breite und nicht in die spezialisierte Tiefe.

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Designforschung – Wie lässt sie sich lehren und lernen?

Designforschung als Curriculum -‚Forschendes Lehren und Lernen‘ ist für Hochschulen mit kreativen Studiengängen das Lehrformat erster Wahl. Wird doch die „zweite Digitalisierungsphase“ die Verwissenschaftlichung der Arbeitswelt fortsetzen.

Designforschung als Curriculum -‚Forschendes Lehren und Lernen‘ ist für Hochschulen mit kreativen Studiengängen das Lehrformat erster Wahl. Wird doch die „zweite Digitalisierungsphase“ die Verwissenschaftlichung der Arbeitswelt fortsetzen.

Designwissenschaften: Können Bachelor-Studierende schon an das Thema der Forschung herangeführt werden? Für ein klares Ja spricht eine Reihe von Argumenten. Der folgende Beitrag erläutert die Position des Verfassers, Prof. Dr. Ulrich Kern, anhand seines forschungsorientierten Lehrkonzepts und des beispielhaften Moduls „Designmanagement-Projekt 2“. Dabei decken sich die persönlichen Erfahrungen aus der Lehre mit den wissenschaftlichen Befunden zur Entwicklung der beruflichen Anforderungen in der künftigen Arbeitswelt.
Die Lebenswelten heutiger Männer bieten viele Optionen – von klassisch bis metrosexuell. Mit diesen Prämissen starteten 46 Studierende im Sommersemester 2017 in ihr „Designmanagement-Projekt 2“. Organisiert in 17 Teams, tauchten sie tief in die Lebenswelten, Designkonzepte und Wertesysteme ihrer Zielpersonen ein und erprobten dabei Methoden der Designforschung. Aufgabe und Ziel: Für eine (fiktive) Produktentwicklung, die sich an einen bestimmten Typus Mann richtet, ein Szenario der passenden Designqualitäten entwickeln. Diese Qualitäten sollten nicht pauschal auf eine anonyme Zielgruppe bezogen werden, sondern konkret-spezifisch auf einen personalisierten Vertreter.

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Designmethoden – In die Haut des Kunden schlüpfen

Wissensarten für Kreative - Kreativität auf rationaler Basis heißt Wissen! Für das Curriculum stellen sich immer wieder die Fragen nach den Lehrinhalten und den Lehrformen. Die Beantwortung hängt von der Entscheidung des zu vermittelnden Wissens ab.

Wissensarten für Kreative – Kreativität auf rationaler Basis heißt Wissen! Für das Curriculum stellen sich immer wieder die Fragen nach den Lehrinhalten und den Lehrformen. Die Beantwortung hängt von der Entscheidung des zu vermittelnden Wissens ab.

Designwissenschaften: Nahezu täglich finden sich in den Medien neue Nachrichten über „Design Thinking“. In einem rasanten Tempo erschließt sich das Innovationstool neue Anwendungsbereiche und generiert Praxiserfolge. Für Kreative ist es eigentlich nichts Erstaunliches, aber es scheint die meisten Menschen in Unternehmen und Organisationen zu verblüffen, dass spontane Kreativität in einem geplant strukturierten Prozess so enorm wirkungsvoll ist. Dabei zeigt sich, dass es den „homo sapiens“ in vielen Spielarten gibt. Der rationale Analyst, der „homo oeconomicus“, ist nur eine davon. Im Prozess des Design Thinking werden auch Manager/innen zum „homo ludens“. Sie tauchen spielerisch in die Welt der kreativen Optionen ein. Sie lernen, das alles, so wie es sich darstellt, auch ganz anders sein könnte, sobald neue Blickwinkel eingeübt werden. Das setzt Empathie voraus, die eigenen Produkte und Dienstleistungen mit den Augen der anderen, nämlich der Kunden und Nutzer, zu sehen.Solche Empathie lässt sich erlernen und entwickeln. Von dieser Überzeugung ausgehend, richtete Prof. Dr. Ulrich Kern (FH Südwestfalen) den Inhalt des Moduls „Designmanagement-Projekt 2“ auf Entwicklung und Management von Empathie. Die Lehrveranstaltung im Sommersemester 2017 konzentriert sich auf die Lebenswelten von Männern.

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Interview – Designforschung für den demographischen Wandel

„Der langsame Abschied vom Jugendwahn“ – Interview von Tim Gelewski (Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 19-3-2016) mit Prof. Dr. Ulrich Kern zum demografischen Wandel und seinen technologischen Optionen

„Der langsame Abschied vom Jugendwahn“ – Interview von Tim Gelewski (Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 19-3-2016) mit Prof. Dr. Ulrich Kern zum demografischen Wandel und seinen technologischen Optionen

Designwissenschaften: Man muss kein ausgewiesener Wissenschaftstheoretiker sein und auch nicht die „hohe Kunst des Kaffeesatz-Lesens“ beherrschen, um zu verstehen, dass die Gestaltung der Zukunft von der Fähigkeit des Menschen im Umgang mit Wissen abhängt. Für die Designwissenschaften sind die drei Formen des Wissens prägend: Das explizite (begriffliche) Wissen benennt und bezeichnet, das implizite (Handlungs-)Wissen bearbeitet und behandelt und das bildliche (Anschauungs- und Vorhersage-)Wissen erkennt und erahnt die Welt, in der wir leben. Selbstverständlich ist das nicht objektiv, sonst gäbe es ja auch keine alternativen Lösungswege und Meinungen darüber. Womit wir auch schon im Zentrum des Designs wären – Design antizipiert wissenschaftlich-künstlerische Optionen. Und die jeweiligen Protagonisten können ihren Schwerpunkt in der Kultur oder (wie hier in der Technologie) unserer Gesellschaft setzen. Im Interview „Der langsame Abschied vom Jugendwahn“ von Tim Gelewski (IKZ) mit Ulrich Kern geht es um den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft und welche Optionen sich mit Universal Design durch neue Technologien oder auch durch neue Organisationsansätze als sinnvoll und machbar erweisen könnten. Design als eine Wissenschaft mit Gestaltungswillen ist hier als Agent Provocateur – Science & Fiction – zu verstehen, der durch Kommunikation den Diskurs zur Zukunft initiieren und vorantreiben will. Und ob sich die Zukunft dann genau so entwickelt, wird die Zukunft zeigen… Wichtig ist, dass wir selbst durch die Auseinandersetzung mit den erkennbaren Optionen mögliche Zukünfte gestalten, um dem Wort „Alternativlos“ erst gar keine Chance zu geben!

Download Interview „Der langsame Abschied vom Jugendwahn“ _ Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung _19-3-2016

Link Website IKZ mit Interview

 

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Biomemo – Wundertüte Designforschung

Designforschung - DATO ist als ein Grundprinzip zu verstehen, das Technologie und Design verbindet: Beide streben nach Zukunftsgestaltung. Das innovative Potenzial ist beiden Disziplinen gemeinsam. In Kombination miteinander entstehen kongeniale Lösungen.

Designforschung – DATO ist als ein Grundprinzip zu verstehen, das Technologie und Design verbindet: Beide streben nach Zukunftsgestaltung. Das innovative Potenzial ist beiden Disziplinen gemeinsam. In Kombination miteinander entstehen kongeniale Lösungen.

Designwissenschaften: Designforschung ist eigentlich überall zuhause – aber nirgendwo beheimatet. Schaut man sich in den forschungsstarken Innovationsfeldern um, dann ist Design ein Akteur auf Augenhöhe mit anderen Disziplinen. Kein Wunder. Denn Design ist eine Wissenschaft mit dem Fokus auf Forschung und Innovation. Dennoch fehlt dem Design die Aura einer tradierten Forschungsdisziplin – und damit auch das Netzwerk zu fördernden Institutionen. Das Bewusstsein der Leistungsfähigkeit der eigenen Disziplin ist nur fragmentarisch in der Design-Domäne zu finden. In Summe geht damit der Erkenntnisstand des bereits erreichten Status Quo verloren. Und Altbekanntes wird immer wieder neu „entdeckt“, wie z.B. gegenwärtig die Renaissance der Designforschung zeigt.
Der folgende (persönliche) Einblick in bzw. (von Ulrich Kern subjektiv geprägte) Rückblick auf die Leistungspotenziale des Designs ist nicht etwa motiviert durch das Mantra „Früher war alles besser“. Vielmehr geht es darum, die Verbindungslinien zwischen früheren Erkenntnissen, heutigen Aufgaben und künftigen Herausforderungen im Design zu verdeutlichen. Wissenschaftlichkeit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie nicht immer wieder am Punkt Null anfängt.

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Retail Design – der neue Garten Eden

Visual Merchandising - gesteuerte Führung und gekonnte Verführung. Mit dieser Zielsetzung arbeitet das Designmanagement intradisziplinär und interdisziplinär an Einkaufserlebnissen des „neuen Garten Edens“.

Retail Design und Visual Merchandising – gesteuerte Führung und gekonnte Verführung. Mit dieser Zielsetzung arbeitet das Designmanagement intradisziplinär und interdisziplinär an Einkaufserlebnissen des „neuen Garten Edens“.

Designwissenschaften: Orte reinen Glücks gibt es nicht. Oder doch? Moderne Supermärkte scheinen uralte Menschheitsträume zu erfüllen. Das Füllhorn der Genüsse ist unerschöpflich. Es fehlt an rein gar nichts. Alles ist für uns, die Kunden, angerichtet. Schon am Eingang empfängt uns die Frische der Paprika und Pampelmusen, der Kiwis und Kartoffeln. Nicht nur, dass wir zwischen Gemüse und Obst aus konventionellem und biologischem Anbau auswählen können, wir können auch entscheiden, ob wir den Salat selbst zubereiten oder uns an der Salatbar der „Qual der Wahl“ hingeben. Ein neuer Garten Eden, der uns ohne schlechtes Gewissen zu Hedonisten am Herd macht. Es gibt hier keine verbotene Frucht – eigentlich ist alles gerade für unsere Verführung inszeniert. Und zwar mit ungeheuer großer Professionalität – ein Feuerwerk für unsere Sinne und unsere Seele! Die Rede ist von der Kunst des gesteuerten Verkaufs, auch Visual Merchandising genannt. Design ist hier sowohl Programm als auch Prozess, der die sanfte Verführung des Kunden zum Konsum zum Ziel hat. Und es funktioniert … Das Konzept dieser neuen Form von „Lust- und Wandelgärten“ funktioniert, weil der moderne Mensch immer differenziertere Sehnsüchte hat. Die Maslowsche Bedürfnispyramide, die Selbstverwirklichung auf der obersten Stufe platziert, findet Bestätigung in heutigen Supermärkten.
Fast möchte man glauben, der neue Garten Eden verspreche genau dasselbe wie das himmlische Paradies – alle Produkte bieten Erlösung (z.B. Convenience), Erleuchtung (z.B. Superfood), Erhabenheit (z.B. Premium) usw. Allerdings sollte man auf das Augenzwinkern der Werbung achten…

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Designphilosophie – Rückblick aus der Zukunft

Der Wissenschaftskreislauf im Design – Probates Mittel zur Neu-Orientierung der Curricula im Design und zur Orientierung in den Designwissenschaften.

Der Wissenschaftskreislauf im Design – Probates Mittel zur Neu-Orientierung der Curricula im Design und zur Orientierung in den Designwissenschaften.

Designwissenschaften: Design ist symbiotischer Teil von Gesellschaft, Kultur, Technik, Wirtschaft. Soweit nichts Neues. Neu aber ist die rasende Veränderungsgeschwindigkeit, die auf alle Systeme einwirkt. Auch Design muss sich rasend schnell auf neue technische Chancen, neue gesellschaftliche Bedürfnisse oder neue ökonomische Perspektiven einstellen, will es langfristig Teil der Problemlösung sein. Denn nur dann bleibt Design gesellschaftlich relevant. Dies für die Zukunft zu beurteilen, ist aus heutiger Sicht schwierig. Zu unübersichtlich ist die Gemengelage. Vielleicht hilft aber ein Rückblick aus der Zukunft? Scharfsinnig unterscheidet unsere Sprache zwischen Futur 1 als Konzeption des Kommenden und Futur 2 als vollendeter Zukunft. Eine Konstruktion, die auf zukünftige Szenarien als mögliche Tatsachen zurückblickt. Wie wird die Perspektive aus dem Futur 2 auf das kommende Design aussehen? Was werden wir im Rückblick sagen? Wird Design seine Chance verpasst haben? Wird es sich hinter seinen Errungenschaften von Bauhaus, Ulm und Memphis versteckt haben? Wird Design nur noch bei der Gentrifizierung der In-Quartiere in Metropolen mitgespielt haben dürfen? Und das trotz der Umwälzungen, die schon heute erkennbar sind? Man denke nur an die dramatische Situation zahlloser Flüchtlinge, ebenso an die ökologischen Folgen eines bedenkenlosen Konsums. Oder an die Asymmetrien einer globalisierten Wirtschaft (Marketing vs. Werkbank) und die sozialen Folgen. Ganz zu schweigen von der Digitalisierung, die gerade unser Leben tiefgreifend umformt. Die Liste weiterer Veränderungstreiber ist lang …

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Biomemo – Zur Methodik der Produkt- und Designanalyse

Theoriemodell - In dem Offenbacher Modell der Produktsprache wurde der Begriff der Funktionalitäten erweitert. Dafür entstand auf semiotischer Basis eine eigene begriffliche Systematik.

Theoriemodell – In dem Offenbacher Modell der Produktsprache wurde der Begriff der Funktionalitäten erweitert. Dafür entstand auf semiotischer Basis eine eigene begriffliche Systematik.

Designwissenschaften: Beim Lesen des Handelsblatt-Artikels „Die Entdeckung des Designs“ vom 28. 11.2014 fällt auf, dass für die Beschreibung des Designs eines technischen Produkts noch immer die pauschale Formulierung „ansprechende Formensprache“ gewählt wird. Das macht deutlich, dass es offenbar schwierig ist, eine Form und deren ästhetische Funktionalität in Worte zu fassen. Und dass Optik ein Verkaufsargument ist, wusste auch schon 1951 der Amerikaner Raymond Loewy. Sein Buch „Hässlichkeit verkauft sich schlecht“ erschien zwei Jahre später in Deutschland. Gegen diese Beschreibung des Nutzens ist grundsätzlich ja auch nichts einzuwenden. Dennoch muss es darüber hinaus möglich sein, die genuine Entwurfsleistung des Gestalters und die rezeptive Wirkung auf den Nutzer argumentativ in Begriffssysteme zu stellen. Gezeigt hat das Jochen Gros 1973 mit seiner Arbeit „Erweiterter Funktionalismus und Empirische Ästhetik“, in der er nachwies, dass Gestaltung nicht „sprachlos“ ist. So wurde das Konzept der Produktsprache (auch bekannt als „Offenbacher Ansatz“) entwickelt. Der Handelsblatt-Artikel zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Sprache (und damit auch Wertsetzung) und Gestaltung (und damit auch Wertschöpfung) nach wie vor virulent ist. Wie beurteilt man die Form eines Gebrauchsgegenstandes? Und gibt es einen Zusammenhang in der Bewertung des praktischen Nutzens und der Produktästhetik? An welchen Schnittstellen der Physis des Produkts werden positive oder negative Erfahrungen des Nutzers gemacht? Kann Design auch nur schön sein und wie macht man sein Werturteil diskutierbar? Oder sind praktischer und ästhetischer Nutzen so selbstverständlich, dass es keiner besonderen Kommentierung bedarf? Da, wo Design drauf steht, ist doch auch Design drin! Oder etwa nicht? Alles Fragen, deren Beantwortung genauso einfach ist, wie auf dem Sozius eines fahrenden Motorrads Zeitung zu lesen.

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Designphilosophie – Welt retten, reich werden, Schönes schöpfen?

Designwissenschaften - der Lerneffekt der Vergangenheit und die Verantwortungsdimension für die Zukunft kumulieren in der Gegenwart, dem Moment des Machens. Hier entscheidet sich die Zukunft und ihre Qualität!

Designwissenschaften – der Lerneffekt der Vergangenheit und die Verantwortungsdimension für die Zukunft kumulieren in der Gegenwart, dem Moment des Machens. Hier entscheidet sich die Zukunft und ihre Qualität!

Designwissenschaften: „Gott als Creative Director?“ war provozierendes Thema einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum mit Prof. Dr. Ulrich Kern in 2011. In einer Zeit, in der die Gleichzeitigkeit von Events der Hochkultur und Ereignissen der Hightech-Katastrophen real ist, in der Menschen sowohl wegen Übergewicht als auch wegen Unterernährung sterben, in der Design im Discounter-Markt und in der Kunst-Galerie gehandelt wird, muss man sich fragen, wo die Ordnung im Chaos steckt. Und was treibt gerade junge Menschen dazu, in dieser scheinbar nicht zu beherrschenden Komplexität doch ihre Kreativität als Basis für einen Beruf zu wählen? Und was treibt Designer und Designerinnen an? Was hat das mit ihrem Berufsethos oder gar ihrer Designphilosophie zu tun?

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Ergonomic Design – der Mensch und sein Verhalten

Ergonomie Design - Ob in der Unterhaltungselektronik oder im Heimwerker-Sektor, im Straßenverkehr oder im Home Office – der Mensch ist zunehmend von komplexen Produktkonzepten umgeben.

Ergonomic Design – Ob in der Unterhaltungselektronik oder im Heimwerker-Sektor, im Straßenverkehr oder im Home Office – der Mensch ist zunehmend von komplexen Produktkonzepten umgeben.

Designwissenschaften: In seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“ beschreibt Paul Watzlawick in vier Spielen die Komplexität des menschlichen Verhaltens im Kontext Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft. So finden wir in den bequemen Komfort-Zonen der gestrigen Problemlösungsmuster eigentlich nur Beschäftigung und keine tatsächliche Auflösung. Der Betrunkene sucht im Licht der Laterne nach seinem Schlüssel, statt dort zu schauen, wo er ihn verloren hat. Da aber ist es dunkel und er würde sich zudem auf unwegsamem Gelände bewegen müssen. Der Kommunikationswissenschaftler Watzlawick umschreibt dieses Verhalten mit dem Begriff des „mehr desselben“. Gemeint ist damit eine menschliche Fehlpassung (Neurose), die dafür verantwortlich ist, dass wir uns offenbar nur schwer aus den erlernten Mustern lösen können. Und weil das so ist, reproduzieren wir die Ursachen immer wieder aufs Neue. Stattdessen könnte eine neue Symbiose aus Ökologie, Ökonomie und Ergonomie Innovationen sichern, so die Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) in ihrem im Jahr 2000 verfassten Memorandum zum Strukturwandel der Arbeit. Die Wirtschaft braucht permanent innovative Prozesse und Produkte und hier könnten Ergonomie und Ökologie als Wettbewerbsfaktor wirken. Das Design könnte hier als „kreativer Konjunktiv“ den Transformationsprozess aktiv beschleunigen, während die Arbeitswissenschaft stärker den „kategorischen Imperativ“ in den Vordergrund stellt.

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Design der Dinge – Wissenschaft der sozialen Bedeutung

Sozialwissenschaftliche Kontexte - Als statistische Größe zeigen sie den gesellschaftlichen Wohlstand und die durchschnittliche Lebensqualität der Bevölkerung. Zugleich zeigen sie den Grad der gesellschaftlichen Integration an. Als qualitative Größe offenbaren Produkte ihre Bedeutung für Individuen jenseits der Gebrauchsfunktion. Ebenso sind sie Ausdruck gesellschaftlicher Werte und kulturelle Singfindung. Für die unternehmerische Betrachtung ergeben sich zahlreiche Hinweise auf die Wirkungsqualität von Design.

Sozialwissenschaftliche Kontexte – Als statistische Größe zeigen sie den gesellschaftlichen Wohlstand und die durchschnittliche Lebensqualität der Bevölkerung. Zugleich zeigen sie den Grad der gesellschaftlichen Integration an. Als qualitative Größe offenbaren Produkte ihre Bedeutung für Individuen jenseits der Gebrauchsfunktion. Ebenso sind sie Ausdruck gesellschaftlicher Werte und kulturelle Singfindung. Für die unternehmerische Betrachtung ergeben sich zahlreiche Hinweise auf die Wirkungsqualität von Design.

Designwissenschaften: In Deutschland besitzt jeder Haushalt rund 15.000 Gegenstände, die Teil des Lebens sind. Wie kommt es zum Kauf dieser Objekte? Und welche Beziehungen verbinden die Menschen mit ihren Objekten? Oder gibt es sogar so etwas wie die Transzendenz der Dinge – eine eigene Sinnhaftigkeit? Fragen, die in der Vorlesung des Moduls „Sozialwissenschaften“ von Prof. Dr. Ulrich Kern behandelt werden. Der Reader „Dinge und ihre soziale Bedeutung – Wissenschaftliche Erkenntnisse im Design“ bettet Erkenntnisse der Sozialwissenschaften in den Designprozess ein.
Mit dem Ziel der Integration des Wissens und der Internalisierung der Vorgehensweise wird ein Phasenschema vorgestellt, das sozialwissenschaftliche Erkenntnisse für das Design handhabbar macht – von der grundsätzlichen Orientierung über Analyse und Planung bis zum Handeln und abschließender Reflexion. Das Phasenschema synchronisiert sich mit dem Designprozess. Ziel ist zu zeigen, wie sich die Sozialwissenschaften mit den typischen Prozessphasen verbinden und produktiver Teil kreativer Problemlösungskompetenz werden.

Download Reader „Dinge und ihre soziale Bedeutung – Wissenschaftliche Erkenntnisse im Design“ _ Ulrich Kern

Link Website „Die Lebenswelten verschiedener Männertypen“ _  FH Südwestfalen

 

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Kommunikationsdesign – Sprachbilder und Bildsprachen: kreative Komplizen einer komplexen Welt

Strategische Kommunikation: Curriculare Inhalte und abstrakte Lernziele sind zu konkretisieren als beispielhafte Anwendung in einer relevanten Praxissituation. So bedarf es der Kompetenz im Design als „Fachsprache“, wenn das eigene Leistungsverständnis Dritten gegenüber nuanciert zu beschreiben ist. Oder: Für die Präsentation einer gestalterischen Konzeption vor dem Kunden ist die semantische Durchdringung von Kontexten erforderlich. Und für die öffentlichkeitswirksame Darstellung braucht es Kenntnis im Einsatz von Kommunikationsinstrumenten.

Strategische Kommunikation: Curriculare Inhalte und abstrakte Lernziele sind zu konkretisieren als beispielhafte Anwendung in einer relevanten Praxissituation. So bedarf es der Kompetenz im Design als „Fachsprache“, wenn das eigene Leistungsverständnis Dritten gegenüber nuanciert zu beschreiben ist. Oder: Für die Präsentation einer gestalterischen Konzeption vor dem Kunden ist die semantische Durchdringung von Kontexten erforderlich. Und für die öffentlichkeitswirksame Darstellung braucht es Kenntnis im Einsatz von Kommunikationsinstrumenten.

Designwissenschaften: Eine gelungene Rede lässt Bilder vor dem inneren Auge der Zuhörer entstehen. Und gelungenes Kommunikationsdesign? Es „spricht“ zu den Rezipienten ohne Worte. In beiden Fällen geht es darum, sein Gegenüber wachzurütteln, argumentativ mitzureißen, am besten zu begeistern. Verbale und visuelle Kommunikation sind also aufs Engste verbunden. Über die Komplizenschaft von Bildern und Worten referierte Petra Kern bei ihrem Vortrag an der Muthesius-Kunsthochschule. Sie stellte die These auf, dass Bildsprachen und Sprachbilder zusammengehören. Gemeinsam konstruieren sie Synergien, schaffen Sinn und Bedeutung. Belegen lässt sich dies schon mit klassischen Denkmodellen in den Wissenschaften. Deren Durchschlagskraft zeigt sich oft in kongenialer Verbindung aus abstrakter Idee und prägnantem Sprachbild. Adam Smiths´ „unsichtbare Hand“ als Metapher für die Marktmechanismen ist nur ein Beispiel. Und auch heute beruht strategische Kommunikation auf diesem Wirkprinzip. Dies zeigte die Referentin anhand von Beispielen aus der eigenen Arbeit auf – und führte so von dem Postulat der Adressatenorientierung über das Prinzip des Werte-Diskurs bis zum strategischen Programm von Kommunikation. Symmetrisch aus visuellen und verbalen Beiträgen entwickelt, entfaltet sich so der kommunikative Angebotsvorteil in einer Ökonomie der Aufmerksamkeit. Übertragen in ein Lehrkonzept, wurden drei Aufgaben der strategischen Kommunikation im Design deutlich: Es geht um methodische Ansätze und Modelle der Textgestaltung, um die Entwicklung des Formulierungsvermögens als iterativen Prozess und um die Reflexion von Sprache in verschiedenen Kontexten. Kurz gesagt: Es zählen Fakten- und Kontextwissen, ebenso Transfer-Kompetenz. Und da sich Schreiben nur durch Schreiben lernen lässt, gehören deklaratives und prozedurales Lernen zusammen. Die theoretischen Lerneinheiten brauchen das Methoden-Training und umgekehrt.

Download Hier finden Sie die Vortragsfolien …

 

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Designtheorie – Die Wirksamkeit des Unsichtbaren

Im Zusammenspiel von wissenschaftlicher Erklärung (Theorie) und situativer Projektarbeit (Praxis), abgestimmt auf das persönliche Talent des Studierenden und das curriculare Konzept der jeweiligen Hochschule entwickelt sich Problemlösungskompetenz.

Im Zusammenspiel von wissenschaftlicher Erklärung (Theorie) und situativer Projektarbeit (Praxis), abgestimmt auf das persönliche Talent des Studierenden und das curriculare Konzept der jeweiligen Hochschule entwickelt sich Problemlösungskompetenz.

Designwissenschaften: Vorweg die These: Designtheorie ist die unsichtbare, integrierte Seite der (sichtbaren) Designpraxis. Obwohl nicht sichtbar und greifbar, ist Designtheorie höchst wirksam. Denn sie geht den strukturellen Grundmustern nach, die der komplexen, vielgestaltigen Designpraxis zugrunde liegen. Sie wandelt die oft als amorph wahrgenommene Realität in plausible Denkmuster, ermöglicht die Auswertung von Erfahrungen der Vergangenheit und damit die Entwicklung von Planung und Visionen. Sie ist also für Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft im Design höchst relevant. Zentrale Aussagen des Vortrags „Die Wirksamkeit des Unsichtbaren – Zur Position einer integrierenden Designtheorie zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und genuiner Leistung“ von Prof. Dr. Ulrich Kern. Designtheorie steht damit nicht im Gegensatz zur Praxis. Denn Praxis ist keine andere Welt. Vielmehr gehören kreatives Machen und strukturiertes Denken ganz einfach zusammen. Wer in der heutigen globalisierten und unübersichtlichen Welt im Design tätig ist, der merkt sehr schnell, dass er ohne Wissen – und das ist häufig die Kumulation von Denken und Erfahrung – nicht weiterkommt. Die Designpraxis ist so komplex-anspruchsvoll und interdisziplinär-vernetzend geworden, dass sie eine Theorie braucht. Entwerfen ist heute ein wissensintensiver Vorgang.
Im Zusammenspiel von wissenschaftlicher Erklärung (Theorie) und situativer Projektarbeit (Praxis), abgestimmt auf das persönliche Talent des Studierenden und das curriculare Konzept der jeweiligen Hochschule entwickelt sich Problemlösungskompetenz. Sie zeigt sich darin, dass Gestalter die Kompetenzen ihrer Professionalität beherrschen, die Prozesse in Organisationen kennen, mit der Konvergenz der Gestaltungsdisziplinen umgehen und in den Systemen des Marktes mit gestalten können. Problemlösungskompetenz ist die Befähigung der Theorie zum Umgang mit einer komplexen, zu dem hoch differenzierten und beschleunigten Praxis im Design.

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