Design in der New Economy

 

 

Designförderung und -vermittlung - Im Vortrag "Design in der New Economy" wird auch Kritik geübt. Die institutionalisierte Design-Promotion verpasst den Anschluss...

Designförderung und -vermittlung – Im Vortrag „Design in der New Economy“ wird auch Kritik geübt. Die institutionalisierte Design-Promotion verpasst den Anschluss…

Die Dokumentation zum Design-Kolloquium - Viele Experten berichten über ihre "Best Practice" und sind mit den Beiträgen in der Dokumentation der Werkbundakademie Darmstadt vertreten.

Die Dokumentation zum Design-Kolloquium – Viele Experten berichten über ihre „Best Practice“ und sind mit den Beiträgen in der Dokumentation der Werkbundakademie Darmstadt vertreten.

Stell´ dir vor, das Design verändert sich und keiner schaut hin…
Vortrag: Die kurz zuvor gegründete Werkbundakademie Darmstadt e.V. veranstaltete in 1999 zum Auftakt ihres Wirkens ein dreiteiliges Kolloquium zum „Designstandort Darmstadt“, Leitung Jochen Rahe. Ausgelotet werden sollte, inwieweit das Potenzial von Wissenschaft (z.B. FB Gestaltung der FH Darmstadt, Fraunhofer Institut für grafische Datenverarbeitung), Kultur (z.B. Institut für neue technische Form, Hessisches Landesmuseum) und Wirtschaft (z.B. Merck KGaA, Röhm GmbH) ein profilbildendes und nachhaltig wirkendes Konstrukt abgeben könnte. Im zweiten Kolloquium wurden Vertreter von Institutionen der Design-Vermittlung eingeladen. Hierzu gehörten Jantje Salander vom Zentrum für Gestaltung und Wirtschaftskommunikation in Schwäbisch Gmünd, Roland Fellenberg von Design Transfer Braunschweig, Prof. Dr. Klaus Berthold vom Designzentrum Bremen und Dr. Ulrich Kern (ehemals Rat für Formgebung, Darmstadt und Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen, Essen). Während sich die Vertreter der Institutionen eher mit ihren Programmen und Projekten im Sinne einer „Best Practice“ darstellten, war mein (Ulrich Kern) Vortrag auch mit kritischen Fragen der Designförderung beschäftigt. Jenseits der Aufgaben als PR-Instrument gibt es durch die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft, von Technologie und Kultur neue Aufgaben, die meiner Auffassung zu wenig antizipiert werden. Eine Designförderung, die sich nur auf die materielle Seite von Produkt- und Grafikdesign fokussiert, verbraucht ihre argumentativ-inhaltliche Substanz und wird Argumentations- und damit Legitimierungsprobleme bekommen. Durch die Ubiquität des klassischen, eher bild-orientierten Designs verliert es zunehmend seine Vorbildfunktion und damit auch seine Exklusivität. Dabei zeichnen sich eine Reihe von neuen Herausforderungen für das Design in einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ (Georg Franck, 1998) ab, die durch design-genuine Leistungen zu lösen sind. Und wenn es nicht die Designer/innen als ihre Aufgabe sehen, werden sich andere Disziplinen darum kümmern und als Konsequenz daraus verliert das Design seine Deutungshoheit über sich selbst. Anhand verschiedener Tendenzen zeigte er die Dringlichkeit eines zu aktualisierenden Designverständnisses auf: Produktgestaltung vs. Servicedesign, E-Commerce vs. Stationären Handels, Kommunikationsidentität vs. Identitätsmanagement, Gestaltungskunst vs. Designmanagement. Will institutionalisierte Designförderung dem eigenen Anspruch auch künftig gerecht werden, müsse es seine Inhalte und Instrumente, seine Verständnis und sein Verhalten innovieren. Andernfalls wird es zum „Weißen Elefanten“ für seine Zuwendungsgeber…

Download Vortragstext „Design in der New Economy“ _ Ulrich Kern

Download Presse „Zukunft als Koopkurrenz“ _ Darmstädter Echo 20-11-1999

Download Presse „Nachdenken über Design-Standort Darmstadt“ _ FAZ 20-11-1999

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