Designstudium – Das Runde muss ins Eckige

 

Kern- und Komplementärkompetenzen im Design - Wenn Hochschulen für die Freiberuflichkeit in der Kreativwirtschaft ausbilden, müssen sie schon im Curriculum dafür sorgen, dass Designer/innen auch die wirtschaftliche Seite ihres Berufs können.

Kern- und Komplementärkompetenzen im Design – Wenn Hochschulen für die Freiberuflichkeit in der Kreativwirtschaft ausbilden, müssen sie schon im Curriculum dafür sorgen, dass Designer/innen auch die wirtschaftliche Seite ihres Berufs können.

Wider der Einspurigkeit im Design…
Vortrag: Ist ein Designstudium noch zeitgemäß, das den Fokus auf die Ausbildung von Entwerfern legt? Nein, wenn man sich die Praxis der Kreativwirtschaft anschaut. So sieht Prof. Dr. Ulrich Kern in seinem Vortrag „Das Runde muss ins Eckige“ ein künftiges Curriculum auch im Wettbewerb zwischen methodisch-strategischen und den kreativ-entwerferischen Spielern (Einladung zum Vortrag an der Kunsthochschule Kassel 2010 durch Prof. Dr. Wolfgang Jonas).

Im Design zu arbeiten, bedeutet, kontinuierlich in die Zukunft zu denken und sich mit Trends auseinanderzusetzen. Trends sind zu unterscheiden nach den großen, langfristigen und über Lebensbereiche hinweg wirkenden Entwicklungen (Megatrends, Bsp. Individualisierung), den marktprägenden Entwicklungen (Makrotrends, z.B. Zielgruppen-Differenzierung) und den designspezifischen Entwicklungen (Mikrotrends, z.B. modulare Gestaltung). Der Designer nimmt zum einen die Impulse der Außenwelt konstruktiv auf (wahrnehmen, analysieren, bewerten) und verarbeitet sie zum anderen kreativ (interpretieren, konzipieren, entwerfen). Trends beeinflussen das Design - Design beeinflusst und setzt neue Trends. Im Prozess der kontinuierlichen Erneuerung ist Design eine wichtige Größe.

Zur Leistungsfähigkeit des Designs in der Kreativwirtschaft – Im Design zu arbeiten, bedeutet, kontinuierlich in die Zukunft zu denken und sich mit Trends auseinanderzusetzen. Trends sind zu unterscheiden nach den großen, langfristigen und über Lebensbereiche hinweg wirkenden Entwicklungen (Megatrends, Bsp. Individualisierung), den marktprägenden Entwicklungen (Makrotrends, z.B. Zielgruppen-Differenzierung) und den designspezifischen Entwicklungen (Mikrotrends, z.B. modulare Gestaltung). Der Designer nimmt zum einen die Impulse der Außenwelt konstruktiv auf (wahrnehmen, analysieren, bewerten) und verarbeitet sie zum anderen kreativ (interpretieren, konzipieren, entwerfen). Trends beeinflussen das Design – Design beeinflusst und setzt neue Trends. Im Prozess der kontinuierlichen Erneuerung ist Design eine wichtige Größe.

Kreativwirtschaft als größter Wachstumsmotor der nächsten 20 Jahre
Daher lautet die erste seiner drei Thesen, dass Unternehmen längst Strategien haben, um das Design für sich als Werttreiber „nützlich“ zu machen. Umgekehrt fehlen den Designer/innen aber Konzepte, um wertschöpfende Prinzipien ihrer Leistung in autonome Geschäftsmodelle zu wandeln. Hier haben die Designwissenschaften deutlichen Nachholbedarf, vor allem wenn man bedenkt, dass die Europäische Union die Kreativwirtschaft als größten Wachstumsmotor der nächsten 20 Jahre einschätzt.

Beispiel für gelungene Umwandlung von Kreativität in ökonomische Produktivität
In seiner zweiten These sieht der Referent die Designer/innen als Getriebene der Marktwirtschaft und vermisst sie in der Rolle als Treiber einer Wissensgesellschaft. So haben es die Designer/innen bisher versäumt, ihre kreative Autorität für die selbstbestimmte Weiterentwicklung ihrer Profession einzusetzen. Dabei gilt in der Kreativwirtschaft Design als Beispiel für die gelungene Umwandlung von Kreativität in ökonomische Produktivität. Hier sieht der Referent auch die Hochschulen in der Verantwortung, die nach wie vor das künstlerisch-entwerferische Primat hochhalten und so eine Chance der Weiterentwicklung übersehen.

Design - Die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen enorm wichtige instrumentelle Funktion von Design wird von der Wirtschaft schon längst nicht mehr infrage gestellt. Nicht genügend hinterfragt wird die Funktion von Designmanagement für die professionelle Wettbewerbsfähigkeit der Designer/innen selbst.

Design und Designmanagement – Die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen enorm wichtige instrumentelle Funktion von Design wird von der Wirtschaft schon längst nicht mehr infrage gestellt. Nicht genügend hinterfragt wird die Funktion von Designmanagement für die professionelle Wettbewerbsfähigkeit der Designer/innen selbst.

Daher die dritte These: Die Hochschule muss Designer/innen auch für Führungsrollen in der Kreativwirtschaft qualifizieren – mit Konsequenzen für das Curriculum!

Spezialisten des künstlerischen Entwerfens oder Generalisten der methodisch-strategischen Planung
So endet der Vortrag mit dem Postulat, dass die aktuelle und künftige Bedeutung der Kreativwirtschaft für unsere Gesellschaft eine Design-Profession braucht, die Gestaltung sowohl künstlerisch-entwerferisch als auch methodisch-strategisch versteht und praktiziert. Der Ansatz des Referenten: Das Curriculum künftig „zweispännig“ anlegen – Designer/innen auf der einen Seite als Spezialisten des künstlerischen Entwerfens oder anderseits als Generalisten der methodisch-strategischen Planung.

Download Vortragsfolien „Das Runde muss ins Eckige – Designausbildung als Wettbewerb zwischen den methodisch-strategischen und den kreativ-entwerferischen Spielern“ _ Ulrich Kern