Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft

 

Der Vortrag „Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft“ von Ulrich Kern (Mitarbeit Petra Kern) widmete sich dem komplexen Phänomen der alternden Gesellschaft und stellte hierzu vier Thesen auf.

Der Vortrag „Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft“ von Ulrich Kern (Mitarbeit Petra Kern) widmete sich dem komplexen Phänomen der alternden Gesellschaft und stellte hierzu vier Thesen auf.

Vortrag: Ganz langsam kommt der demographische Wandel im gesellschaftlichen Bewusstsein an. So macht etwa eine ungewohnte Bild-Ästhetik des Alters auf das Phänomen aufmerksam. Sie bringt das neue Selbstbewusstsein der Menschen im Herbst ihres Lebens zum Ausdruck. Das mag versöhnlich wirken, täuscht aber nicht über den virulenten Konflikt zwischen den Generationen hinweg, wenn nämlich die einen immer mehr in die Rentenkassen einzahlen müssen und die anderen trotzdem immer weniger herausbekommen.

Brisanz eines Wandels – mit Folgen für unternehmerisches Business
Der Vortrag „Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft“ von Ulrich Kern (Mitarbeit Petra Kern) widmete sich der komplexen Problemlage, die letztlich jede/n betrifft, und stellte hierzu vier Thesen auf. Diese befeuerten die Diskussion im Industrieverband pro-K, der seine Mitglieder der Kunststoffbranche zur Jahrestagung 2018 geladen hatte. Die oft mittelständisch geprägten Unternehmen des Verbands nutzten die Gelegenheit, die Folgen langfristiger gesellschaftlicher Verschiebungen für ihr Business zu diskutieren. Dabei konnte der Verband mit seiner Wahl des Themas „Demografie und Produktentwicklung“ kaum aktueller sein, wenn man allein den Experten des Internationalen Währungsfonds IWF Glauben schenkt. Sie zählen in ihrem jüngsten Bericht die demografischen Veränderungen zu den sieben größten Risiken für Deutschlands Entwicklung. Grund genug, über unternehmerische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem gesellschaftlichen Phänomen nachzudenken.

  1. These: Die demografische Entwicklung der alternden Gesellschaft ist eine Herausforderung mit hohem Risiko. Sie erfordert nicht weniger als einen systemischen Umbau –auch der Marktangebote und Produktkonzepte!

 

Agenda für ein Management der Handlungsfähigkeit
Stichwort Denken: Für den Einsatz von Denkmodellen plädierte der Referent, um unternehmerische Handlungsoptionen auszuloten. Denn weder die volkswirtschaftliche Dimension, noch die wissenschaftlichen Problemstellungen haben Unternehmen in ihrer Hand. Dafür aber den Einfluss auf die marktwirtschaftliche Relevanz des demografischen Wandels. Es gilt, sich auf ein Management der Handlungsfähigkeit zu fokussieren, welches gesellschaftliche Veränderungen mit Ideen des Lenkens, Gestaltens und Entwickelns – Management eben – beantwortet. Und diese Agenda reicht von den sich wandelnden Arbeitsmärkten bis hin zu einem innovativen Produktangebot für die wachsende Zahl der „Silver Ager“. Ist es doch inzwischen so, dass diese Generation mit ihrer Kaufkraft bereits für ein Drittel der Nachfrage sorgt. Viele von ihnen „redesignen“ ihre Biographie spätestens ab Mitte 50: neue Lebensziele, neue Ideale, neue Produktpräferenzen. Das Denkmodell des „Consumer Life Cycle“ erhält so eine neue Dimension in wirtschaftlicher Gesamtbetrachtung. Nur am Rande sei erwähnt, dass der IWF die Relevanz des privaten Konsums für das Brutto-Inlandsprodukt (BIP) Deutschlands ausdrücklich betont.

  1. These: Die demografische Entwicklung der alternden Gesellschaft eröffnet neue Chancen mit großen Potenzialen für Produktinnovierung und Kundengewinnung.
    Einzige Prämisse ist die Bereitschaft, den „reifen“ Menschen neu kennenzulernen!

 

Unternehmen müssen sich auf ein Management der Handlungsfähigkeit fokussieren, welches gesellschaftliche Veränderungen mit Ideen des Lenkens, Gestaltens und Entwickelns beantwortet. Die Agenda reicht von den sich wandelnden Arbeitsmärkten bis hin zu einem innovativen Produktangebot für die wachsende Zahl der „Silver Ager“.

Unternehmen müssen sich auf ein Management der Handlungsfähigkeit fokussieren, welches gesellschaftliche Veränderungen mit Ideen des Lenkens, Gestaltens und Entwickelns beantwortet. Die Agenda reicht von den sich wandelnden Arbeitsmärkten bis hin zu einem innovativen Produktangebot für die wachsende Zahl der „Silver Ager“.

Denkmodelle für eine neue Sicht auf demografisch veränderte Märkte
In seinem Vortrag stellte der Referent weitere Denkmodelle für Design-minded Manager/innen vor, die den Weg zum Kunden (als Menschen) neu suchen. Ob Univeral Design, Emotional Design oder User Experience – entscheidend ist das Konzept, mit dem der (ältere) Mensch gedacht wird. Seine (oder ihre) Fähigkeiten und Defizite werden noch oft falsch bewertet. Klar gibt es eher körperliche Einschränkungen als bei jungen Menschen. Aber welchen Stellenwert haben solche Defizite in einer rundum mobilisierten und digitalisierten Gesellschaft? Ist es nicht vielmehr so, dass die nachgewiesenen Stärken der Älteren wie ihre Sozialkompetenz, ihr Beurteilungsvermögen und ihr Verantwortungsgefühl die relevanten Werte darstellen? Schaut man sich einmal an, welche Fähigkeiten in der Wissensgesellschaft gefragt sind (vgl. World Economic Forum: The Future of Jobs, 2016), dann haben viele ältere Menschen eigentlich das Zeug zum höchst agilen Protagonisten des gesellschaftlichen Wandels. Ganz abgesehen davon, dass die Wirtschaft heute zunehmend von der Kaufkraft der Älteren prosperiert. Von wegen klapprig, bedürfnislos und keine Ahnung von der digitalen Welt …

  1. These: Produktentwicklung für demografisch veränderte Märkte muss bei dem Kunden / der Kundin als komplexer Persönlichkeit ansetzen und diese/n respektieren.
    Marketing kann noch so viele „P‘s“ analysieren – am Ende läuft alles auf Menschen (People) und Werte hinaus.

 

Denkmodelle schaffen den Link zwischen gesellschaftlich relevanten Marktveränderungen und dem notwendigen Management der Handlungsfähigkeit – pragmatisch, flexibel und ressourcenschonend.

Denkmodelle schaffen den Link zwischen gesellschaftlich relevanten Marktveränderungen und dem notwendigen Management der Handlungsfähigkeit – pragmatisch, flexibel und ressourcenschonend.

Wie Denkmodelle befreien und beflügeln – auf zu neuen Ideen!
Nicht Dogmatik, sondern eine Befreiung des Denkens von Klischees und Vorurteilen ist das Ziel der Arbeit mit Denkmodellen. Sie schaffen Distanz zu den üblichen Denkgewohnheiten und inspirieren dazu, neue Ideen zu wagen und konzeptionell durchzuspielen. Gleichzeitig ist der Einsatz von Denkmodellen pragmatisch, flexibel, absichernd und ressourcenschonend im Sinne eines Managements offener Prozesse.

Denkmodelle konditionieren das Projektteam auf eine Zielqualität hin. Somit wirken Denkmodelle in Kreativprozessen qualitätssteigernd.

Denkmodelle orientieren das Projektteam für ein adäquates Methodenspektrum. Somit wirken Denkmodelle in Kreativprozessen effektivitätssteigernd.

Denkmodelle qualifizieren das Projektteam für ein eine substantiierte Problemlösungsstrategie. Somit wirken Denkmodelle in Kreativprozessen innovierend.

  1. These: Denkmodelle inspirieren Design-minded Manager/innen – durch das interdisziplinäre Vorgehen, die menschzentrierten Werte und Marktorientierung. Denkmodelle sind so komplex wie nötig und agil wie möglich für maximale Handlungsfähigkeit.

 

Zusammenfassung: Demografie und Produktentwicklung – es geht nicht um Zahlen und Zielgruppen. Es geht um komplexe Individuen, die ihre Biografie neu erfinden. Es geht nicht um andere, sondern um uns. Es geht nicht um Theorien, sondern um Denkmodelle für Produkte mit Sinn und Wert.

Download Vortragsfolien „Redesign der Biografien – Denkmodelle der Produktentwicklung im Zeichen der alternden Gesellschaft“ _ 2018

 

Trennlinie_Seiten